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Anleitungen und Rezepte zum Selbermachen137 Anleitungen · 14 DIY-Beiträge
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Seife selber machen: mit Rohseife oder mit Lauge

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Aktualisiert am 26. Oktober 2026 von Selda Bekar

Anders als beim Seifensieden mit Natronlauge brauchst du für Seife aus Rohseife nur einen Topf, eine Form und rund 20 Minuten, und Kinder können mitmachen. Das ist der Weg für heute Nachmittag. Wer eine Seife ganz aus Öl herstellen will, kommt um die Lauge nicht herum: Das ist Arbeit für Erwachsene mit Schutzbrille und Handschuhen, und das Stück muss danach vier bis sechs Wochen reifen, bevor es an die Haut darf.

Gießseife (Weg 1)
Du brauchst: Rohseife (Gießseife, weiß oder durchsichtig) aus dem Bastel- oder Drogeriemarkt, einen alten Topf und eine Schüssel fürs Wasserbad oder eine mikrowellenfeste Schüssel, Silikonformen (Muffin- oder Pralinenformen gehen auch), einen Holzstab zum Umrühren, nach Wunsch Seifenfarbe und Duftöl.
Dauer: rund 20 Minuten Arbeit, danach einige Stunden fest werden lassen.
Mit Kindern: Schmelzen und Gießen macht ein Erwachsener, weil die Masse heiß ist. Farbe aussuchen, Duft dosieren, Formen bestücken und später verpacken übernehmen Kinder ab dem Kindergartenalter gern (unsere Empfehlung, keine feste Altersgrenze).

Siedeseife mit Lauge (Weg 2)
Du brauchst: Öle und feste Fette aus dem Supermarkt, Natriumhydroxid (Ätznatron), destilliertes Wasser, eine Küchenwaage auf das Gramm genau, Stabmixer, Gefäße aus Edelstahl, Glas oder hitzefestem Kunststoff, Schutzbrille, Handschuhe, lange Ärmel.
Dauer: etwa eine Stunde Arbeit, dann ein bis drei Tage in der Form und vier bis sechs Wochen Reifezeit.
Mit Kindern: nein. Kinder sind beim Ansetzen der Lauge nicht im Raum.

Welcher Weg passt zu dir?

Drei kurze Fragen, dann weißt du, wo du weiterlesen solltest.

1. Machen Kinder mit?

2. Soll die Seife heute oder morgen benutzt oder verschenkt werden?

3. Hast du Schutzbrille und Handschuhe und einen Platz, an dem du ungestört arbeiten kannst?

Wenn du alle drei Fragen beantwortet hast, steht hier dein Weg.

Seife aus Rohseife gießen

Rohseife, auch Gießseife oder Glycerinseife genannt, ist fertig verseifte Seife, die beim Erwärmen flüssig wird. Du schmilzt sie, gibst Farbe und Duft dazu und gießt sie in eine Form. Chemisch passiert dabei nichts mehr, deshalb ist dieser Weg so gutmütig.

  1. Schneide die Rohseife in kleine Würfel, dann schmilzt sie gleichmäßiger.
  2. Schmilz die Würfel im Wasserbad bei heißem, aber nicht kochendem Wasser. In der Mikrowelle geht es auf mittlerer Stufe in kurzen Schritten von etwa 45 Sekunden, dazwischen umrühren. Die Masse darf nicht kochen; nimm sie vom Herd, sobald alles flüssig ist.
  3. Rühre Farbe und ein paar Tropfen Duftöl mit dem Holzstab unter. Lieber vorsichtig anfangen und nach Geruch nachlegen.
  4. Gieß die Masse langsam in die Form. Schaum und Bläschen an der Oberfläche nimmst du ab, solange alles noch flüssig ist.
  5. Lass die Seife fest werden. Nach etwa vier bis fünf Stunden lässt sie sich meist aus der Silikonform lösen; eine halbe Stunde im Kühlschrank macht das Herauslösen leichter.

Woran du merkst, dass es geklappt hat: Die Seife löst sich ohne Kanten auszubrechen und hat eine glatte Rückseite. Reste von Schaum auf der Unterseite schabst du mit einem Messer oder Küchenpapier ab. Kleine Fehlschläge sind hier billig: Missratene Stücke schmilzt du einfach noch einmal ein.

Durchsichtige Gießseife enthält viel Glycerin und kann an feuchter Luft einen Film aus kleinen Tröpfchen bilden. Wickel fertige Stücke deshalb in Frischhaltefolie, wenn du sie länger aufbewahren oder verschenken willst.

Woraus Seife eigentlich besteht

Klassische Seife entsteht aus Fett und Lauge. Fette und Öle sind chemisch Verbindungen aus Glycerin und Fettsäuren. Die Natronlauge spaltet sie auf: Übrig bleiben Glycerin und die Natriumsalze der Fettsäuren, und genau diese Salze sind die Seife. Mit Natronlauge wird die Seife fest, mit Kalilauge entsteht weiche Schmierseife. Das ist der Grund, warum es ohne Lauge keine Seife aus Öl gibt: Auch die Rohseife aus Weg 1 ist auf diese Weise entstanden, nur eben schon in der Fabrik.

Grundrezept mit Natronlauge für 250 g Öl

Dieses Grundrezept für Siedeseife stammt aus einer Versuchsanleitung des Brundtland-Labors der Universität Bremen und ergibt eine milde Körperseife aus vier Ölen. Die Menge ist bewusst klein, damit ein erster Versuch nicht viel Öl kostet.

  • 112,5 g Olivenöl
  • 62,5 g Rapsöl
  • 70 g Kokosöl
  • 5 g Rizinusöl
  • 33,3 g Natriumhydroxid
  • 82,5 g destilliertes Wasser
  • nach Wunsch 5 bis 12,5 g Duftöl (2 bis 5 Prozent der Fettmenge)

So kommt die Laugenmenge zustande: Jedes Öl braucht eine bestimmte Menge Natriumhydroxid, um vollständig zu Seife zu werden. Die Bremer Anleitung rechnet mit 0,1345 g je Gramm Olivenöl, 0,1354 g für Rapsöl, 0,183 g für Kokosöl und 0,1286 g für Rizinusöl. Zusammen ergibt das gut 37 g. Davon nimmst du nur 90 Prozent, also 33,3 g. Dieser Laugenunterschuss von 10 Prozent heißt auch Überfettung: Ein Rest Öl bleibt unverseift in der Seife, sie wird milder, und das Risiko freier Lauge sinkt. Wenn du andere Öle nimmst, rechnest du neu, und zwar für jedes Öl einzeln.

  1. Wiege zuerst das Wasser in ein hitzefestes Gefäß, dann das Natriumhydroxid getrennt davon. Beim Natriumhydroxid lieber ein paar Zehntel weniger, beim Öl lieber etwas mehr.
  2. Streue das Natriumhydroxid nach und nach ins Wasser, nie umgekehrt, und rühre mit einem Glas- oder Edelstahlstab. Die Lösung wird dabei sehr heiß. Lass sie abkühlen.
  3. Schmilz das Kokosöl und gib die flüssigen Öle dazu. Öl und Lauge sollen beide nur noch handwarm sein, etwa 30 bis 40 Grad.
  4. Gieß die Lauge durch ein Sieb zum Öl und püriere mit dem Stabmixer in kurzen Stößen. Dazwischen von Hand rühren, bis eine Spur auf der Oberfläche kurz stehen bleibt.
  5. Rühr jetzt nur noch mit der Hand weiter, bis die Masse puddingartig ist. Duft und Farbe kommen in diesem Moment dazu.
  6. Füll die Masse in eine Form, deck sie ab und lass sie ein bis drei Tage warm eingepackt ruhen. Dann schneidest du sie in Stücke.

Sicher mit Natronlauge arbeiten

Natriumhydroxid ist laut Sicherheitsdatenblatt als ätzend eingestuft (H314, H290): Es verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden und greift einige Metalle an. Deshalb gilt:

  • Schutzbrille und Handschuhe trägst du vom Abwiegen bis zum Saubermachen, dazu lange Ärmel.
  • Kein Aluminium: weder Topf noch Löffel. Edelstahl, Glas und hitzefester Kunststoff sind geeignet.
  • Kinder und Haustiere sind nicht im Raum, solange Lauge offen herumsteht.
  • Gefäße mit Lauge beschriftest du und stellst sie so ab, dass niemand sie für Wasser hält.

Spritzt Lauge ins Auge, spülst du sofort mehrere Minuten mit fließendem Wasser bei geöffnetem Lid und gehst danach zum Arzt. Auf der Haut wäschst du die Stelle sofort mit viel Wasser und Seife ab, spülst gut nach und lässt sie ärztlich ansehen. Bei Unsicherheit hilft der Giftnotruf deines Bundeslandes weiter.

Wie lange Seife reifen muss

Gießseife ist fertig, sobald sie fest ist. Die Siedeseife aus Weg 2 dagegen ist nach dem Schneiden noch nicht fertig: Die Verseifung läuft weiter, und das Wasser muss verdunsten. Lass die Stücke vier bis sechs Wochen luftig und mit etwas Abstand zueinander liegen, harte Seifen brauchen eher länger. Wer es genau wissen will, prüft mit einem pH-Teststreifen: Eine reife Seife liegt nach der Bremer Anleitung bei etwa 8 bis 9,5. Brennt die Seife beim Waschen, ist sie noch nicht reif oder es war zu viel Lauge im Spiel; dann bitte nicht benutzen.

Abwandlungen für Weihnachten und zum Verschenken

  • Weihnachtsseife: Gießseife in Sternform, mit Orangenduft und einem Hauch roter Farbe. Verpackt in Butterbrotpapier und mit einer Schnur zugebunden ist sie ein schnelles Mitbringsel.
  • Zwei Schichten: Erst eine Farbe halb in die Form gießen, kurz anziehen lassen, dann die zweite Farbe darauf. Damit die Schichten halten, die erste Schicht vorher mit einem Zahnstocher leicht aufrauen.
  • Überraschungsseife für Kinder: Eine kleine Plastikfigur in durchsichtige Gießseife einbetten. Je länger gewaschen wird, desto näher kommt die Figur.

Weitere Ideen für die Badewanne findest du bei den Badekugeln zum Selbermachen; wenn du lieber etwas zum Eincremen herstellst, schau bei der selbst gerührten Creme vorbei.

Quellen: Brundtland-Labor der Universität Bremen, Versuchsanleitung „Körperseife“ (Rezept, Verseifungszahlen, Temperaturen, Reifezeit, pH-Wert); Sicherheitsdatenblatt Natriumhydroxid, ITW Reagents (Einstufung H290 und H314, Erste Hilfe); Universität zu Köln, Fachdidaktik Chemie, Versuch Seifenherstellung (Verseifung, Natron- und Kalilauge); Bastelanleitungen von idee, Brack und VBS Hobby zur Gießseife (Schmelzen, Mikrowelle, Entformen). Stand der Angaben: Oktober 2026. Dieser Text wurde softwaregestützt erstellt und redaktionell geprüft.