Bauanleitung Nistkasten: Biete Vögeln Unterschlupf!

Aktualisiert am 10. September 2020 von Ömer Bekar

Text zu Bauanleitung Nistkasten
Die Bauanleitung für einen Nistkasten richtet sich nach der Vogelart.

Wenn ein leises Piepsen aus dem Nistkasten zu hören ist und die erwachsenen Vögel dorthin kommen, um den Nachwuchs zu füttern, schlagen die Herzen aller Naturfreunde höher. Doch es macht nicht nur viel Spaß, die gefiederten Tiere zu beobachten. Vielmehr sind Nistkästen eine wichtige Hilfe. Denn viele heimische Vogelarten finden in der freien Natur kaum noch geeignete Nistplätze und -höhlen, in denen sie ihren Nachwuchs aufziehen können. Wir zeigen Dir in dieser Bauanleitung, wie Du ganz einfach einen Nistkasten bauen und so den Vögeln eine gemütliche Wohnung bereitstellen kannst.

Künstliche Nisthilfen kannst Du in Baumärkten und Gartencentern kaufen. Doch genauso kannst Du Nistkästen auch ganz einfach selber bauen. Viel Material brauchst Du dafür nicht.

Allerdings solltest Du beim Bauen von Nistkästen die Vogelarten etwas im Blick haben. Denn während zum Beispiel Meisen geschlossene Kästen mit kleinen Einfluglöchern bevorzugen, brüten Zaunkönige und Rotkehlchen in sogenannten Halbhöhlen.

Wir haben einige Infos und Tipps rund um Nisthilfen zusammengestellt. Außerdem haben wir eine Bauanleitung vom Nistkasten in zwei Varianten für Dich.

Das richtige Material für den Nistkasten

Für die Nisthilfe verarbeitest Du am besten 18 bis 20 Millimeter dicke, ungehobelte Bretter aus Eiche, Lärche, Robinie oder Kiefer. Diese Hölzer sind besonders witterungsbeständig. Als Alternative kannst Du auch zu Brettern aus Fichte oder Tanne greifen.

Buche hingegen ist nicht besonders beständig und deshalb keine so gute Wahl. Sperrholz und Platten aus Pressspan wiederum sind für den Außenbereich gar nicht geeignet.

Wenn Du die Bauanleitung nacharbeiten willst, musst Du für den Nistkasten aber nicht unbedingt neues Holz besorgen. Hast Du von anderen Projekten Reste übrig, kannst Du sie ruhig verarbeiten. Wichtig ist nur, dass die Bretter unbehandelt, trocken und sauber sind.

Die einzelnen Hölzer solltest Du mit rostfreien Schrauben verbinden. Das sorgt nicht nur für stabilere Verbindungen als mit Nägeln. Stattdessen kannst Du Dir so ein zusätzliches Verleimen sparen.

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Um den Nistkasten besser vor Feuchtigkeit und einem Pilzbefall zu schützen, kannst Du die Außenseiten mit Leinöl einpinseln. Mit einer Lasur oder einem Holzlack kannst Du auch für eine schöne Optik sorgen. Achte dann aber darauf, dass es sich um umweltfreundliche Farben handelt, die biologisch abbaubar sind.

Mit Farben, die für Kinderspielzeug zugelassen sind, bist Du auf der sicheren Seite. Holzschutzmittel solltest Du vermeiden. Schließlich soll der Nistkasten den Vögeln ja helfen und nicht ihre Gesundheit gefährden.

Manchmal wird in einer Anleitung empfohlen, als Regenschutz ein Stück Dachpappe auf dem Dach des Kastens anzubringen. Allerdings verhindert die Pappe nicht unbedingt, dass es in der Nisthilfe feucht wird. Ganz im Gegenteil kann die Dachpappe sogar bewirken, dass das Trocknen noch länger dauert. Deshalb kannst Du die Pappe ruhig weglassen.

Der passende Standort für den Nistkasten

Grundsätzlich solltet Du Nistkästen in mindestens zwei bis drei Meter Höhe aufhängen, damit die Vögel vor Räubern wie Katzen und Mardern geschützt sind. Aus dem gleichen Grund solltest Du übrigens auch auf eine Sitzstange vor der Öffnung verzichten. Denn die Stange macht Räubern den Zugang leichter.

Den Nistkasten befestigst Du am besten so, dass die Einflugöffnung weder zur Wetterseite zeigt noch ständig der prallen Sonne ausgesetzt ist. Optimal ist also, wenn Du die Nisthilfe nach Osten oder Südosten ausrichtest. Hängt der Kasten geschützt unter einem Dach, ist die Ausrichtung von der Wetterseite weg nicht so wichtig. Hier kommt es dann nur darauf an, dass die Sonne nicht permanent auf die Nisthilfe scheint.

Möchtest Du den Nistkasten an einem Baum aufhängen, verwende dafür entweder Nägel oder Schrauben aus Aluminium oder Bügel aus festem Draht. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass der Baum keinen Schaden nimmt.

Und wenn Du gleich mehrere baugleiche Nistkästen in Deinem Garten verteilen willst, solltest Du auf genug Abstand achten. Mindestens zehn Meter zwischen den Nisthilfen sollten es schon sein. Sonst finden die Vögel möglicherweise nicht genug Futter für sich und ihren Nachwuchs – und die Kästen bleiben leer.

1. Bauanleitung: Nistkasten für Höhlenbrüter

Viele Vogelarten sind sogenannte Höhlenbrüter. So zum Beispiel die Meise, der Kleiber, der Star und der Gartenrotschwanz. Diese Vögel brüten und nisten normalerweise in Höhlen, die weitgehend geschlossen sind.

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Allerdings werden solche Höhlen in der Natur immer seltener. Deshalb kannst Du mit geeigneten Nistkästen aushelfen. Für so einen Nistkasten brauchst Du 2 cm dicke Hölzer mit folgenden Maßen:

Grafik 1 zu Nisthilfe bauen
Natürlich sind die Angaben nur ein Vorschlag. Ob der Kasten etwas kleiner, größer, höher oder tiefer ist, dürfte dem Vogel ziemlich egal sein. Passe die Maße deshalb ruhig auf Deine vorhandenen Hölzer an. Achte nur darauf, dass die Bodenfläche nicht kleiner wird als 12 x 12 cm.

So baust Du den Nistkasten

Wenn Du alle Hölzer zugeschnitten hast, bohrst Du in den Boden ein paar kleine Löcher. Sie dienen der Belüftung und sorgen dafür, dass Feuchtigkeit entweichen kann.

Dann schraubst Du zunächst die Rückwand an den Boden. Anschließend befestigst Du die beiden Seitenwände. Sie kannst Du von außen mit den Boden und von hinten mit der Rückwand verschrauben. Die kürzere Kante der Seitenwände zeigt dabei nach vorne. Dadurch bekommt der Nistkasten später ein geneigtes Dach.

Als nächstes bohrst Du das Einflugloch in die Front. Dabei kannst Du einen Durchmesser von etwa 3 cm wählen. Dadurch wird der Nistkasten für Meisen und Sperlinge interessant. Möchtest Du gerne Stare oder Kleiber als Bewohner haben, musst Du das Loch etwa 4 cm groß arbeiten.

Der Abstand von der Unterkante des Lochs bis zum Boden sollte ungefähr 15 cm groß sein. Räuber können so nicht nach der Brut angeln.

Bevor Du die Front montierst, ritze mit dem Schraubendreher noch ein paar Kerben in die Innenseiten der Nisthilfe. Die Vögel finden dadurch besser Halt. Dann kannst Du die Front festschrauben.

Jetzt fehlt nur noch das Dach. Die Platte kannst Du ebenfalls mit Schrauben befestigen. Du kannst aber auch Haken verwenden und das Dach einhängen. Dadurch lässt sich das Dach bequem abnehmen, wenn Du den Nistkasten reinigst.

Zum Schluss befestigst Du noch die Aufhänge-Leiste. Damit ist der Nistkasten auch schon fertig und Du kannst Dich nach einem geeigneten Platz im Garten oder auf dem Balkon umsehen.

2. Bauanleitung: Nistkasten als Halbhöhle

Nicht alle heimischen Gartenvögel nisten in geschlossenen Höhlen. Stelzen, Rotkehlchen oder Zaunkönige beispielsweise brüten in Nischen und Spalten. Fehlende Brutstätten für diese Vögel kannst Du mit Nistkästen ausgleichen, die halb offen sind.

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Diese sogenannten Halbhöhlen haben keine geschlossene Front mit einem kleinen Loch. Stattdessen ist die Front nur zum Teil geschlossen, so dass im oberen Bereich ein breiter Spalt entsteht. Der Bauplan für eine Halbhöhle sieht so aus:

Grafik 2 zu Bauanleitung Nistkasten
An der Bauanleitung vom Nistkasten als solches ändert sich im Prinzip nichts. Du verschraubst also zuerst den Boden mit der Rückwand und montierst danach die Seitenwände. Anschließend befestigst Du die Front und zum Schluss das Dach.

Die Reinigung des Nistkastens

Deine Nisthilfen hängst Du am besten schon im Herbst auf. Denn die Kästen sind nicht nur im Frühjahr eine wertvolle Hilfe. Auch im Winter werden es Dir Vögel, Siebenschläfer, Eichhörnchen, Schmetterlinge, Insekten und andere Tierchen danken, wenn Du ihnen einen warmen Schlafplatz spendierst.

Nach der Brutsaison solltest Du die Nistkästen dann reinigen. Sonst könnten es sich Flöhe, Milben oder Fliegen im Kasten gemütlich machen.

Als Reinigung reicht es aus, wenn Du im Spätsommer das alte Nest herausnimmst. Trage dabei am besten Handschuhe und entsorge das Nistmaterial direkt. Sollte der Kasten gröber verschmutzt sein, bürstest Du ihn aus. Verwende aber auf keinen Fall chemische Reiniger oder Insektensprays!

Hattest Du über Winter Gäste in der Nisthilfe, kannst Du den Kasten auch Ende Februar oder Anfang März kontrollieren. Der Winterschlaf ist dann vorbei und Du schaffst Platz für die Vögel. Ansonsten solltest Du die Nisthilfe aber in Ruhe lassen. Sonst könntest Du die Aufzucht der Jungvögel stören.

Und: Sei nicht enttäuscht, wenn Dein Nistkasten keine Bewohner findet. Gibt es in der Nähe einen Wald oder Park mit altem Baumbestand oder steht in der Nachbarschaft ein alter Schuppen, werden die Vögel vielleicht lieber dort brüten.

Auch wenn Du einen wunderschönen Ziergarten hast, werden sich die Vögel möglicherweise einen anderen Platz suchen, wo sie mehr Nahrung finden. Und manchmal dauert es einfach nur ein bisschen länger, bis die Vögel oder andere Tiere Deinen Unterschlupf entdecken.