Wenn Kinder beim Kochen mithelfen dürfen, macht ihnen das nicht nur Spaß. Es steigert auch ihre Lust, die zubereiteten Leckereien beim gemeinsamen Essen zu probieren. Und nebenbei lernen sie etwas über Lebensmittel. Viele Tipps fürs Kochen mit Kindern und 3 leckere Rezepte zum Nachkochen findest Du hier.

 

 

Kochen mit Kindern – warum?

Das Kochen ist ein wichtiger Bestandteil beim Prozess der Nahrungsaufnahme. Wer Spaß daran hatte, die Speisen zuzubereiten, wird auch Spaß daran haben, sie zu probieren und genüsslich zu verspeisen. Gerade Kinder, die in Sachen Essen sehr wählerisch sind, können so oft davon überzeugt werden, auch einmal neue Gerichte zu kosten. Hinzu kommt, dass das gemeinsame Kochen das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Familie stärkt. Die meisten Kinder sind sehr neugierig, wissbegierig und haben großen Spaß, wenn sie mithelfen dürfen. Sie sind stolz, wenn sie daran beteiligt waren, dass ein leckeres Essen entstanden ist.

Beim Kochen lernen Kinder aber auch verschiedene Lebensmittel kennen. Wenn Kinder etwas erkunden, setzen sie meist alle ihre Sinne ein. Sie schauen sich etwas an, riechen daran, nehmen es in die Hand und probieren es mit dem Mund. Das Kochen kommt ihnen dabei sehr entgegen. Denn die Kinder können die verschiedenen Zutaten sehen, riechen, schmecken und fühlen. So lernen sie, wie eine Gurke von innen aussieht, wie ein Apfel riecht, wie eine Tomate schmeckt oder wie sich rohe Nudeln anfühlen. Sie können beobachten, wie aus Kartoffeln Kartoffelpüree oder aus einem Ei ein Spiegelei wird. Lebensmittel, die Kinder selbst in der Hand hatten und verarbeitet haben, möchten sie meist wenigstens probieren, wenn das Essen fertig ist. Nach und nach erweitert sich so die Palette an Lebensmitteln, die die Kids kennen und gerne mögen.

 

Wie und ab wann können Kinder beim Kochen helfen?

kochen mit KindernDas Kochen mit Kindern nimmt natürlich mehr Zeit in Anspruch und macht mehr Arbeit, als wenn die Eltern alleine in der Küche werkeln. Aber es lohnt sich, die Geduld aufzubringen und die Kids ins Kochen mit einzubeziehen. Denn Kinder sind stolz, wenn sie den Großen helfen dürfen. Das stärkt ihr Selbstbewusststein und schweißt eine Familie enger zusammen. Außerdem lernen die Kinder verschiedene Lebensmittel und den richtigen Umgang mit ihnen kennen. Und sie können Schritt für Schritt an eine gesunde Ernährung herangeführt werden. Dabei lautet die Devise beim Kochen mit Kindern: Das Mitmachen zählt! Ein zweijähriges Kind kann noch keine Zwiebeln schneiden oder heißen Kartoffeln pellen. Aber es kann andere Aufgaben übernehmen und so seinen Beitrag dazu leisten, dass am Ende ein leckeres Essen für alle auf dem Tisch steht.

Kleine Kinder können ihren Eltern beim Kochen helfen, indem sie beispielsweise Zutaten bringen, Lebensmittel ordnen oder Hilfsmittel wie den Kochlöffel suchen. Ab einem Alter von etwa drei Jahren können die Kids dabei helfen, Obst und Gemüse zu waschen, Saucen und Teige anzurühren oder Zutaten miteinander zu vermengen. Größere Kinder können weichere Lebensmittel kleinschneiden, die selbstgemachte Pizza belegen oder den Tisch ganz alleine decken. Den meisten Kindern macht es zudem großen Spaß, wenn sie beim Abschmecken helfen dürfen. Dadurch können sie nämlich eine wichtige Rolle übernehmen. Immerhin entscheiden sie mit, wie das Essen am Ende schmeckt.

 

Zum Kochen mit Kindern gehört auch die Planung.

Generell sollten Kinder in alle Schritte der Ernährung eingebunden werden. Dazu gehört, dass die Kinder den Speiseplan mitbestimmen dürfen. Die Eltern sollten also nicht nur vorgeben, was auf den Tisch kommt, sondern auch auf die Wünsche der Kinder eingehen. Und in den meisten Fällen lassen sich gute Kompromisse finden. So gibt es beispielsweise statt Nudeln mit Ketchup Nudeln mit einer selbstgekochten Tomatensauce. Und statt fertigen Hähnchenteilen aus der Tiefkühltruhe wird das Hähnchen einfach mal selbst in Stücke geschnitten und paniert.

Wenn es die Zeit zulässt, sollten die Kinder auch beim Einkauf schon dabei sein. Bei einem Besuch auf dem Wochenmarkt oder einem Gang durch die Obst- und Gemüseabteilung des Supermarkts können Kinder verschiedenste Lebensmittel kennenlernen. Sie verstehen, dass Äpfel und Birnen nicht das gleiche sind, dass es Salat in vielen Varianten gibt oder dass im Winter statt Erdbeeren und Kirschen Orangen und Mandarinen zur Auswahl stehen.

 

Nach dem Kochen folgt das gemeinsame Essen.

gemeinsames EssenTischmanieren klingen zwar spießig und altmodisch. Wer sich später aber sicher und selbstbewusst in der Gesellschaft bewegen will, muss sich auch bei Tisch zu benehmen wissen. Außerdem schließt die gemeinsame Mahlzeit das vorhergehende Kochen ideal ab. Schließlich kann nun das gemeinsam gezauberte Werk verköstigt und genossen werden. Natürlich sind superstrenge Tischregeln nicht notwendig und ein kleines Kind muss den Umgang mit Messer und Gabel noch nicht perfekt beherrschen. Aber die Basics können Kinder ruhig schon früh lernen. So sollten die Eltern beispielsweise einschreiten, wenn das Kind ausgiebigst mit dem Essen spielt, statt es zu essen. Auch das gemeinsame Sitzen am Tisch sollte für die Kinder normal werden. Sie sollten lernen, dass eine Mahlzeit zusammen begonnen und gemeinsam beendet wird. Und zwar erst dann, wenn alle fertig sind. Mit etwa drei bis vier Jahren sollten sich die Kids ihr Essen dann auch selbst auf den Teller nehmen dürfen. So fühlen sie sich gleichberechtigt und lernen nebenbei, dass sie sich den Teller nicht vollladen müssen, sondern sich jederzeit einen Nachschlag nehmen können.

 

Kochen mit Kinder – 6 wichtige Tipps zum Thema Sicherheit

Das Kochen mit Kindern soll Spaß machen. Gerade in der Küche lauern aber allerlei Gefahren. Damit es keine Tränen gibt, sollten unbedingt folgende Tipps beherzigt werden:

1. Behalte die kleinen Köche immer im Auge! Kinder möchten den Großen gerne nacheifern und deren Handgriffe nachahmen, können die Risiken aber noch nicht abschätzen.

2. Kochendheißes Wasser und scharfe Küchenmesser haben in Kinderhänden nichts zu suchen!

3. Achte darauf, dass die kleinen Köche gut und sicher arbeiten können. Wenn die Kids Obst und Gemüse waschen, stelle ihnen am besten ein kippsicheres Bänkchen vor die Spüle. Gleiches gilt, wenn die Kids einen Blick in die Töpfe werfen oder eine Speise umrühren dürfen. Auch dann solltest Du für einen sicheren Stand vor dem Herd sorgen. Bereiten die Kids Saucen oder Teige zu oder schneiden sie etwas, dann sollten sie dabei sitzen, entweder auf einem Stuhl am Tisch oder in einem Kinderhochstuhl.

4. Erkläre Deinen Kindern, wo Gefahren lauern. Erklären heißt aber nicht, dass Du einfach nur verbietest. Kaum ein Kind wird einsehen, warum es nicht an den Herd darf, während Du die ganze Zeit davorstehst. Zeige Deinem Kind stattdessen, warum eine heiße Herdplatte gefährlich ist. Dazu kannst Du beispielsweise etwas Wasser darauf tropfen lassen. Das Zwischen und Verdampfen wird sich Deinem Kind viel besser einprägen als lange Erklärungen. Damit Dein Kind lernt, dass eine Herdplatte auch dann noch heiß ist, wenn der Herd schon abgeschaltet ist, könnt Ihr zusammen ein Warnschild basteln und nach dem Kochen aufstellen. Oder Du stattest Deinen Herd mit einem Schutz aus, der verhindert, dass Dein Kind die Herdplatte berühren kann.

5. Töpfe und Pfannen können heiß und sehr schwer sein. Damit Dein Kind nicht aus Versehen daran hängenbleiben und den Topf oder die Pfanne samt Inhalt vom Herd stoßen kann, solltest Du die Stiele immer zur Seite oder zur Wand hin drehen. Gehe außerdem mit gutem Beispiel voran und verwende Topflappen oder Handschuhe, wenn Du mit heißen Töpfen hantierst.

6. Wenn Dein Kind beim Schneiden von Lebensmitteln mithelfen darf, dann achte darauf, dass es eine rutschfeste Unterlage wie ein Schneidebrett verwendet. Kleinere Kinder sollten aber nur weiche Lebensmittel wie Bananen oder Gurken schneiden und dabei mit stumpfen Kunststoffmessern arbeiten. Größere Kinder dürfen auch schärfere Messer verwenden. Zeige Deinem Kind aber, wie es das Messer richtig hält. Und erkläre ihm, dass es immer vom Körper weg schneiden muss, um Verletzungen zu vermeiden.

 

Rezept für Pfannkuchenschnecken mit Gurkengemüse

Leckere Schnecken aus Pfannkuchenteig sind schnell gemacht. Die Kinder können bei der Zubereitung prima mithelfen und durch die schöne Form schmeckt das Essen gleich doppelt so gut. Gurkengemüse macht die Mahlzeit komplett. Für das Gericht brauchst Du folgende Zutaten:

  • 80g Mehl
  • 1 mittelgroßes Ei
  • 200ml Milch
  • 4 Scheiben gekochter Schinken
  • 4 Scheiben Käse
  • 1 Salatgurke
  • 1 EL Crème fraîche
  • Salz, Butter und Zitronensaft

Für die Pfannkuchen verrührst Du das Mehl, das Ei, die Milch und eine Prise Salz miteinander. Dann nimmst Du eine beschichtete Pfanne und gibst etwas Butter hinein. Wenn die Butter geschmolzen und die Pfanne auf mittlere Hitze erwärmt ist, gibst Du ein Viertel des Pfannkuchenteiges hinein. Der Pfannkuchen muss nun ungefähr zwei Minuten lang backen. Wenn er schön goldgelb geworden ist, wendest Du ihn und lässt ihn auf der anderen Seite ebenfalls zwei Minuten lang goldgelb backen. Aus dem übrigen Teig bereitest Du drei weitere Pfannkuchen zu.

Damit aus den Pfannkuchen nun Schnecken werden, belegst Du jeden Pfannkuchen mit einer Scheibe Schinken und einer Scheibe Käse. Dann rollst Du die Pfannkuchen auf. Damit die Pfannkuchen warm bleiben, kannst Du sie bei 100 Grad Celsius (Umluft bei 80 Grad) in den Backofen stellen.

Für das Gurkengemüse schälst Du die Salatgurke und schneidest die Enden ab. Anschließend halbierst Du die Gurke der Länge nach und kratzt mit einem Esslöffel die Kerne in der Mitte heraus. Dann schneidest Du die Gurke in dünne Scheiben. Die Scheiben gibst Du zusammen mit einem Esslöffel Crème fraîche und einer Prise Salz in einen Topf. Bei mittlerer Hitze erwärmst Du die Gurken nun solange, bis sie anfangen zu dampfen. Dann nimmst Du den Topf vom Herd und schmeckst die Gurken mit etwas Zitronensaft ab.

Zum Anrichten gibst Du etwas von dem Gurkengemüse auf den Teller. Den Sud aus Gurkensaft und Crème fraîche, der im Topf übrig bleibt, kannst Du kurz aufmixen und als Soße über die Gurken träufeln. Dann nimmst Du die Pfannkuchenrollen, schneidest sie in Scheiben und legst sie auf oder neben das Gurkengemüse.

 

Rezept für einen bunten Nudelauflauf

Kinder essen sehr gerne Nudeln und auch Erwachsene sind oft für Pasta zu begeistern. Wenn der Auflauf dann auch noch schön bunt ist, freut sich nicht nur der Magen, sondern auch das Auge. Für einen bunten Nudelauflauf brauchst Du folgende Zutaten:

  • 250g bunte Nudeln
  • 100g Lauchzwiebeln
  • 125g Kirschtomaten
  • 75ml Milch
  • 3 mittelgroße Eier
  • 75g Käse
  • Schnittlauch, Salz, Pfeffer und etwas Butter

Als erstes heizt Du den Backofen auf 200 Grad Celsius vor (bei Umlauf auf 180 Grad). Anschließend kochst Du die Nudeln in reichlich Salzwasser bissfest. Zwischenzeitlich kannst Du die Auflaufform schon mit etwas Butter ausfetten. Dann gießt Du die Nudeln ab und schreckst sie mit kaltem Wasser ab, damit der Garprozess unterbrochen wird. Die Nudeln füllst Du nun in die Auflaufform.

Als nächstes wäschst Du die Kirschtomaten, trocknest sie ab und halbierst sie. Die Tomatenhälften verteilst Du schon einmal auf den Nudeln. Dann nimmst Du eine kleine Schüssel und verrührst darin die Milch und die Eier. Nun nimmst Du die Lauchzwiebeln, putzt und wäschst sie und schneidest sie in Ringe. Die Lauchzwiebeln gibst Du zusammen mit zwei Dritteln von dem Käse in die Eiermilch. Das Ganze würzt Du dann kräftig mit Salz und Pfeffer und gießt es über die Nudeln. Den Auflauf bestreust Du zum Schluss mit dem restlichen Käse und gibst ihn für ungefähr 25 Minuten in den Backofen.
Während der Auflauf backt, spülst Du den Schnittlauch ab und schneidest ihn in kleine Röllchen. Den fertigen Auflauf bestreust Du mit dem Schnittlauch und schon kannst Du ihn servieren. Dieses Rezept kannst Du natürlich nach Lust und Laune abwandeln. So kannst Du beispielsweise Schinkenwürfel hinzufügen oder anderes Gemüse verwenden.

 

Rezept für Hähnchenkeulen mit Karotten-Pommes

Bei diesem Gericht macht nicht nur das Kochen, sondern auch das Essen Spaß. Denn statt mit Messer und Gabel können hier die Kleinen und die Großen mit den Fingern essen. Zu den knusprigen Hähnchenkeulen aus dem Backofen gibt es Pommes aus Karotten und dazu einen leckeren Dip mit Kräutern. Für vier Personen brauchst Du:

  • 8 Hähnchenkeulen
  • 500g Karotten
  • 150g Schmand
  • 3 EL Öl
  • 1 EL Honig
  • 2 EL Milch
  • je einen halben Bund Schnittlauch und Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver (edelsüß), Zitronensaft

Als erstes schaltest Du den Backofen ein und lässt ihn auf 200 Grad Celsius (bei Umlauf 180 Grad) vorheizen. Dann nimmst Du eine Schüssel und gibst dort zwei Esslöffel Öl, den Honig, einen halben Teelöffel Paprikapulver, etwas Salz und etwas Pfeffer hinein. Diese Zutaten verrührst Du miteinander. Anschließend wäschst Du die Hähnchenkeulen ab, tupfst sie trocken und gibst sie in die Schüssel mit der Marinade. Damit sich die Marinade überall gleichmäßig verteilt, vermengst Du das Ganze am besten mit den Händen miteinander. Die Hähnchenkeulen legst Du nun nebeneinander in eine ausreichend große Auflaufform oder auf ein Backblech und schiebst sie in den Backofen. Je nach Größe der Hähnchenkeulen müssen sie ungefähr 20 Minuten lang backen.

In der Zwischenzeit wäschst und schälst Du die Karotten. Danach schneidest Du sie in möglichst gleichmäßige Stifte, etwa in der Größe von Pommes frites. Nun erwärmst Du in einem Topf einen Esslöffel Öl und dünstest die Karottenstifte darin etwa 2 Minuten lang an. Dann löschst Du die Karotten mit 100ml Wasser ab, würzt sie mit je einer Prise Salz, Pfeffer und Zucker und lässt sie gut 5 Minuten lang köcheln. Die Karotten sollen weich sein, aber noch etwas Biss haben.

Für den Dip verrührst Du den Schmand und die Milch miteinander. Dann fügst Du die abgespülten und fein gehackten Kräuter hinzu. Den Dip schmeckst Du mit Salz, Pfeffer, Paprika, einer Prise Zucker und einem Spritzer Zitronensaft ab. Beim Anrichten gibst Du die Hähnchenkeulen, die Karotten-Pommes und einen Klecks Dip auf die Teller. Guten Appetit!