Autor: Ömer Bekar

Sugaring klingt jung, modern, stylish und trendy. Und tatsächlich ist das derzeit wirklich angesagt. Viele, die bisher lästigen Härchen mit dem Rasierer, Wachs oder dem Epiliergerät zu Leibe gerückt sind, entdecken das Sugaring für sich und sind ganz begeistert davon. Doch neu ist die Methode nicht. Ganz im Gegenteil: Im Orient wird die Zuckerpaste schon seit Jahrtausenden zur Haarentfernung verwendet. Auch wenn das Ganze dort nicht Sugaring, sondern Halawa heißt. Was das nun aber eigentlich konkret ist, wie es funktioniert und wie Du es selber machen kannst, erklären wir Dir hier.

Was ist Sugaring?

HaarentfernungDas Sugaring ist eine Methode zur Haarentfernung, bei der eine Paste auf Zuckerbasis zum Einsatz kommt. Vom Grundprinzip her ist das Halawa mit dem klassischen Wachsen und dem Brasilian Waxing vergleichbar. Der wesentliche Unterschied besteht jedoch darin, dass die Haare beim Sugaring in Haarwuchsrichtung herausgerissen werden. Dies macht die Anwendung deutlich weniger schmerzhaft. Die Paste besteht aus Zucker, Wasser und Zitronensaft. Da somit nur natürliche Zutaten in der Masse sind, eignet sich die Methode auch bei empfindlicher und zu Allergien neigender Haut. Zucker wird außerdem eine desinfizierende Wirkung nachgesagt. Generell kann diese Art der Haarentfernung auf praktisch jeder Hautpartie angewendet werden, auch in empfindlichen Arealen wie im Gesicht, in den Achselhöhlen und im Intimbereich.

Das Sugaring ist keine Methode zur dauerhaften Haarentfernung. Die Paste umschließt die Härchen, aber während die Härchen entfernt werden, bleiben die Haarwurzeln intakt. Je nach Haarwuchs bleibt die Körperstelle so drei bis sechs Wochen lang glatt. Die langjährigen Erfahrungen mit dieser Methode zeigen aber, dass die Härchen immer feiner und heller nachwachsen, wenn das regelmäßig angewendet wird. Manchmal hat das Zuckern auch zur Folge, dass die Haarwurzeln die Haarproduktion sogar komplett einstellen. Voraussetzung dafür ist aber, dass wirklich nur mit Zuckerpaste enthaart und nicht zwischendurch auch rasiert oder epiliert wird. An dieser Stelle kommt allerdings ein kleiner Minuspunkt zum Tragen: Damit die Masse die Härchen umschließen kann, müssen sie eine bestimmte Länge aufweisen. Sind die Härchen zu kurz, funktioniert die Methode nicht. Ansonsten ist das Halawa aber eine echte Alternative zu anderen Haarentfernungsvarianten.

 

Ein Rezept für die Paste

Im Handel werden mittlerweile fertige Zuckerpasten angeboten, die Du zu Hause nur noch kurz erwärmen musst und dann direkt anwenden kannst. Aber Du musst die Paste nicht fertig kaufen, denn Du kannst sie auch selbst herstellen. Du brauchst dafür:

  • 8 Esslöffel Zucker
  • 1 Esslöffel Wasser
  • 1 Esslöffel Zitronensaft

Ob der Zitronensaft frisch ist oder aus dem Plastikfläschchen kommt, spielt keine Rolle. Die Menge der Paste kannst Du beliebig variieren. Wichtig ist dann nur, dass Du das Verhältnis von 8 Teilen Zucker zu je einem Teil Wasser und Zitronensaft einhältst.

Um die Masse herzustellen, gibst Du den Zucker zusammen mit dem Wasser und dem Zitronensaft in einen Topf. Bei maximal mittlerer Hitze und unter ständigem Rühren lässt Du das Gemisch dann kochen. Du solltest aber wirklich die ganze Zeit über am Herd bleiben, denn wenn die Mischung anbrennt, kannst Du sie nicht mehr verwenden. Pass außerdem beim Rühren ein bisschen auf, denn die Zuckermasse ist extrem heiß und kann böse Verbrennungen versuchen, wenn Du einen Spritzer abbekommst.

Rezept zum selbermachenNach ungefähr zehn bis 15 Minuten ist aus dem Zuckergemisch ein dickflüssiger, karamellartiger Sirup entstanden. Die Zuckerpaste ist fertig, wenn sie ungefähr die Farbe von Bernstein hat. Dann füllst Du die Masse in ein Gefäß um. Ideal ist es, wenn Du ein Gefäß nimmst, das Du in die Mikrowelle stellen kannst. Dadurch kannst Du die Paste nämlich wieder aufwärmen, wenn Du sie beim nächsten Mal wiederverwenden möchtest. Es dauert nun einige Zeit, bis die Zuckermasse soweit abgekühlt, dass Du sie verwenden kannst. Gebrauchsfertig ist die Paste, wenn sie ungefähr Körpertemperatur hat. Warte diese Zeit auch wirklich ab, denn wenn Du zu ungeduldig bist, kannst Du Dich schlimm verbrennen!

Die Anleitung fürs Enthaaren

Um die lästigen Härchen loszuwerden, brauchst Du im Prinzip nur die Paste. Vor allem wenn Du eine empfindliche Haut hast, solltest Du sie aber ein wenig vorbereiten. Und damit das Abziehen der klebrigen Paste leichter geht, kannst Du saubere Baumwollstreifen oder auch einfach Küchenrolle nehmen. Hier nun aber das Enthaaren mit Zuckerpaste Schritt für Schritt:

  • Wenn Du Härchen entfernen möchtest, sollte Deine Haut nicht eincremt sein. Außerdem ist wichtig, dass die Haut sauber und fettfrei ist. Dadurch haftet das Gemisch nämlich besser an den Haaren und die Gefahr, dass sich die Haarwurzeln entzünden, ist minimiert. Am besten reinigst Du Deine Haut mit einer alkoholhaltigen Lotion und trägst danach etwas Babypuder auf.
  • Wenn die Masse ungefähr auf Körpertemperatur abgekühlt ist, nimmst Du eine kleine Portion davon und knetest sie mit den Händen kurz durch. Dadurch wird die Paste sanft und geschmeidig.
  • Dann streichst Du die Zuckerpaste entgegen der Wuchsrichtung der Haare auf die Haut auf. Damit die Paste die Härchen optimal umschließt, kannst Du mit der Hand noch ein-, zweimal über die Zuckerpaste streichen. Wichtig ist aber, dass Du die Paste wirklich immer gegen die Haarwuchsrichtung aufträgst.
  • Jetzt ziehst Du die Zuckerpaste mit ein, zwei ruckartigen Bewegungen wieder ab- und zwar in Haarwuchsrichtung.
  • Wenn die abgezogene Masse nicht zu viele Härchen enthält, kannst Du sie direkt wiederverwenden. Dazu knetest Du sie noch einmal kurz durch, streichst sie gegen die Haarwuchsrichtung auf und ziehst sie in der Wuchsrichtung Deiner Haare wieder ab.
  • Das Gemisch ist sehr klebrig. Etwas einfacher wird die Handhabung deshalb, wenn Du Baumwollstreifen oder Küchenrolle zu Hilfe nimmst. Dabei legst Du den Stoff auf die Paste und streichst ihn gegen die Wuchsrichtung der Haare fest. Das Abziehen erfolgt in Haarrichtung.

Und hier das Sugaring noch einmal als Video:

 

Tipps für danach

Halawa RezeptIm Unterschied zum Wachsen werden die Haare beim Sugaring in Haarwuchsrichtung abgezogen. Deshalb ist das Sugaring nicht wirklich schmerzhaft, sondern verursacht eher ein erträgliches Ziepen. Ein weiterer Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass die die Härchen nicht abbrechen und die Haut nicht so stark gerötet ist. Trotzdem kann es sehr angenehm sein, wenn Du die enthaarten Partien etwas kühlst. Zuckerpastenreste kannst Du übrigens ganz einfach mit warmem Wasser abwaschen.

Insgesamt ist das Halawa eine schonende Haarentfernungsmethode. Zudem hat Zucker eine antibakterielle Wirkung und wird deshalb in der Medizin als natürliches Heilmittel bei Hautirritationen und leichten Entzündungen verwendet. Trotzdem solltest Du Deiner Haut nach dem Sugaring etwas Ruhe gönnen. In den ersten 24 Stunden nach dem Enthaaren solltest Du auf Sport, Sauna und Solarium verzichten. Schweiß und starke UV-Strahlung könnten nämlich dazu führen, dass Du an den enthaarten Partien kleine Pickelchen bekommst.