Henna wurde zur Farbgewinnung schon von den alten Ägyptern genutzt, die die Pflanze auch kultivierten. In Indien ist die Bemalung der Haut mit Henna schon seit dem 12. Jahrhundert bekannt und wird als Mehndikunst bezeichnet. Das Wort Mehndi hat dabei zwei Bedeutungen. So bedeutet Mehndi zum einen einfach nur Hennastrauch im Hindi, meint zum anderen aber auch den Vorgang der Bemalung und das in diesem Zuge entstandene Werk. Vor allem im Orient werden Hennabemalungen bis heute im Zusammenhang mit rituellen und spirituellen Anlässen eingesetzt.

Dabei hat jede Kultur ihre eigenen Symbole und Muster, die bei den unterschiedlichen Ritualen, bei Hochzeiten, bei religiösen Festen oder als Ausdruck der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe verwendet werden.

Generell lassen sich die Muster und Symbole dabei in blumige und ornamentale Muster, Menschen- und Tierdarstellungen sowie grafische Symbole und Schmuckelemente einteilen. Als reines Naturprodukt ist Henna rot, wobei das Farbspektrum von einem hellen Rot bis hin zu einem kräftigen, satten Rotbraun reicht. Alle anderen Farbnuancen, die mittlerweile angeboten werden, sind keine reinen Naturprodukte mehr. Insbesondere schwarzes Henna kann dabei PPD enthalten. PPD ist ein Farbbildner, der eine tiefschwarze Farbe sicherstellt, aber Hautreizungen und massive allergische Reaktionen auslösen kann. Wer ein Henna Tattoo selber machen oder malen lassen möchte, sollte daher darauf achten, dass ausschließlich Naturfarbe verwendet wird. Henna Tattoos werden in einigen Asialäden und auch in einigen Tattoo-Studios angeboten, zudem sind Henna Tattoos ein beliebtes Andenken an den Urlaub. Wer sich sein Henna Tattoo aber selber machen möchte, findet im Folgenden eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Henna Tattoo selber machen – die benötigten Materialien

  • Henna in Pulverform oder als fertige Paste in der Tube
  • feiner Pinsel, Spritze oder auch Wattestäbchen oder Zahnstocher zum Auftragen
  • Wasser
  • Öl
  • evt. Zucker, Zitronensaft und Honig
  • Motiv und evt. Schablone

 

Henna Tattoo selber machen – so geht‘s

1. Schritt: das Motiv auswählen und das Hennapulver anrühren

a.) Welches Motiv verwendet wird, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Gleiches gilt für die Wahl der Körperstelle, auf die das Tattoo aufgemalt werden soll. Traditionell werden Henna Tattoos aber auf die Handrücken und die Füße platziert, weil diese Körperstellen große Poren haben und gut durchblutet sind und den Farbstoff daher besonders gut aufnehmen. An anderen Körperstellen kann das Tattoo etwas blasser ausfallen.

b.) Für das Aufmalen des Motivs gibt es mehrere Möglichkeiten. Der Handel bietet spezielle Schablonen an, die auf die Haut aufgelegt und ausgemalt werden. Solche Schablonen können aber auch selbst angefertigt werden. Dazu wird das Wunschmotiv auf eine festere Folie gedruckt oder aufgemalt. Anschließend werden die Flächen, die auf der Haut zu sehen sein sollen, mit einer feinen Schere oder einem Skalpell sorgfältig ausgeschnitten. Genauso ist aber natürlich auch möglich, das Motiv frei Hand aufzumalen, wobei das Motiv mit einem hautverträglichen Stift vorgezeichnet werden kann.

c.) Wenn eine Hennapaste verwendet wird, ist diese bereits gebrauchsfertig und meist werden die Tuben mit mehreren Aufsätzen verkauft. Die Aufsätze haben unterschiedliche Stärken und dienen als Malwerkzeug. Wird Hennapulver verwendet, wird dieses in einem Schälchen aus Keramik oder Plastik mit etwas warmem Wasser zu einem Brei angerührt.

 

2. Schritt: die Bemalung auftragen und die Farbe einwirken lassen

Das Motiv wird nun auf die Haut gemalt. Als Werkzeuge eignen sich dabei neben den Aufsätzen der Hennapaste beispielsweise kleine Pinsel, Spritzen, Wattestäbchen oder auch Zahnstocher. Wenn die Bemalung fertig ist, müssen die Hennafarbstoffe einwirken. Dazu bleibt die Farbmasse solange auf der Haut, bis sie getrocknet ist und von selbst abbröselt. Je nach Konsistenz der Masse kann dies einige Stunden lang dauern, am besten bleibt die Masse jedoch über Nacht auf der Haut. Grundsätzlich gilt für Henna nämlich, dass das Tattoo umso intensiver ausfällt, je länger die Einwirkzeit ist. Allerdings färbt Henna nur im feuchten Zustand. Um die Farbmasse länger feucht zu halten und um die Farbeigenschaften zu verbessern, werden im Orient daher ein paar Tricks angewandt. Eine Möglichkeit besteht darin, die Bemalung immer wieder vorsichtig mit einer Mischung aus Zucker und Zitronensaft zu betupfen. Eine andere Möglichkeit ist, die angetrocknete Masse mit Honig zu bestreichen, mit Watte abzudecken und eingepackt in Alufolie einwirken zu lassen. Daneben ist aber auch möglich, die Bemalung vorsichtig mit etwas Wasser oder etwas Öl feucht zu halten.

 

3. Schritt: das Henna entfernen

Nach der Einwirkzeit wird das trockene Henna entfernt. Dabei wird das Henna aber nicht abgerieben oder mit Wasser abgewaschen, sondern mit einem Tuch abgenommen. Das Tuch wird zuvor entweder in Öl oder in eine Mischung aus Zitronensaft und Zucker getaucht und vorsichtig über die Bemalung getupft. Damit ist das Henna Tattoo fertig, dunkelt aber in den folgenden 24 bis 48 Stunden noch nach. Nach etwa zwei Wochen ist das Tattoo dann verblasst und wieder verschwunden.

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