Essig wird sehr vielseitig verwendet. So kommt er beispielsweise als würzende Zutat bei unzähligen Gerichten, Saucen und Salaten zum Einsatz oder wird verarbeitet, um Gemüse und Obst einzulegen und zu konservieren. Zudem wird Essig pur als Aperitif oder als Digestif sowie verdünnt als Erfrischungsgetränk getrunken und insbesondere Apfelessig spielt auch als Naturheilmittel eine wichtige Rolle. Bei der Herstellung von Essig wird grundsätzlich zwischen zwei Methoden unterschieden. So kann Essig einerseits hergestellt werden, indem Essigessenz verdünnt wird.

Zum anderen können Essig-Bakterien genutzt werden, die eine Gärung bewirken. Nach der eigentlichen Herstellung kann Essig außerdem noch mit unterschiedlichen Zutaten versetzt werden, die sein Aroma verfeinern und für bestimmte Geschmacksrichtungen sorgen. Als Zutaten kommen dabei beispielsweise Früchte für Obstessige, Kräuter für Kräuteressige oder Knoblauch und Chili für Essige mit pikant-scharfer Note in Frage. Ein paar weitere Infos und Tipps rund um Essig gibt es hier:

Nun ist es aber nicht unbedingt erforderlich, Essig immer nur zu kaufen, denn Essig lässt sich durchaus auch selber machen. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Zum einen kann ein sogenannter Ansatzessig hergestellt werden. Hierfür werden die gewünschten Früchte oder Kräuter mit einem Branntwein-, einem Wein- oder einem Obstessig vermischt und nach einigen Tagen ist der aromatisierte Essig fertig. Zum anderen kann ein Weinessig selbst hergestellt werden. Dies ist im Prinzip recht einfach, erfordert aber etwas Geduld. Wer nun also einmal seinen Essig selber machen möchte, findet im Folgenden Rezepte für beide Varianten.

1. Variante: aromatisierten Essig selber machen

Um Essig selbst zu aromatisieren, gibt es mehrere Möglichkeiten:

Essig selber machen

Die einfachste Variante besteht darin, Kräuter, Früchte oder andere Zutaten wie Knoblauch, Ingwer, Pfefferkörner oder Chilischoten gewaschen, verlesen bzw. geschält in eine Flasche zu geben. Anschließend wird die Flasche mit einem Weißweinessig oder einem Branntweinessig aufgefüllt und fest verschlossen. Dann muss der Essig mindestens zwei Wochen lang an einem warmen Ort durchziehen, danach ist er fertig.

Wer einen fruchtigen Essig selber machen möchte, füllt zunächst gewaschene Beeren wie beispielsweise Himbeeren-, Brombeeren- oder Johannisbeeren in ein Gefäß und übergießt die Früchte mit Essigessenz. Dabei wird soviel Essigessenz verwendet, dass die Früchte vollständig bedeckt sind. Der Ansatz muss nun an einem warmen, dunklen Ort drei bis vier Wochen lang ziehen. Dann wird der Essig durch ein Sieb gefiltert, wobei auch die Früchte gut ausgedrückt werden. Nun wird die Fruchtessigessenz mit soviel Wasser aufgefüllt, dass der fertige Fruchtessig zu einem Viertel aus Essigessenz und zu drei Vierteln aus Wasser besteht.

Für einen eher süßlichen, fruchtigen Essig, der hervorragend zu Salaten passt, werden 600ml Balsamico in einen Topf gegeben. Ob dabei weißer oder dunkler Balsamico verwendet wird, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Zu dem Essig werden dann 300g Zucker und beispielsweise 500g Johannisbeeren, Trauben oder Holunderbeeren hinzugefügt. Wichtig bei den Früchten ist, dass es sich um eine Obstsorte mit Haut handelt, die beim Kochen zerplatzt. Wer möchte, kann nun noch weitere Gewürze hinzufügen, je nach Obstsorte beispielsweise Vanille, Zimt, Nelken oder Piment. Nun wird die Mischung zum Kochen gebracht und etwa 15 Minuten lang bei kleiner Flamme geköchelt. Anschließend wird der Essig durch ein Sieb gefiltert und kann nach dem Auskühlen sofort verwendet werden.

 

2. Variante: Essigmutter herstellen und Essig aus Wein selber machen

Die Essigmutter ist die Basis für den Essig und dafür zuständig, dass aus dem Wein Essig wird. Die Essigmutter kann dabei immer wieder verwendet werden, indem sie mit neuem Wein übergossen oder, da sie im Laufe der Zeit wächst, aufgeteilt wird. Um die Essigmutter herzustellen, werden

  • 100ml naturtrüber Apfelessig,
  • 100ml Wasser und
  • 1 großzügiger Esslöffel Honig

in ein Glas oder ein anderes, lichtdurchlässiges Gefäß gegeben und gut miteinander verrührt. Das Gefäß wird dann am besten mit einer Lage Küchenpapier abgedeckt und mit einem Nylonstrumpf überzogen. Dadurch ist sichergestellt, dass genügend Sauerstoff in den Ansatz gelangt, aber gleichzeitig keine Fruchtfliegen, Bakterien, Schimmelsporen oder andere unerwünschte Inhaltsstoffe hineingelangen. Nun muss der Ansatz an einem warmen, hellen Ort reifen. Je nach Umgebung bilden sich nach einer bis drei Wochen Schlieren auf dem Essigwasser. Aus diesen Schlieren wird später die Essigmutter entstehen. Nun sollte der Ansatz noch etwas reifen.

Nach vier Wochen wird der Ansatz mit zwei Litern Wein aufgefüllt. Ob Rot- oder Weißwein verwendet wird, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Dann wird der Essig wieder mit Küchenpapier und einem Nylonstrumpf abgedeckt und muss weiter reifen. Während des Reifens entwickeln sich die anfänglichen Schlieren zu einer Haut, die immer dicker wird. Diese Haut ist die Essigmutter. Nach etwa drei Monaten kann der selbstgemachte Weinessig verwendet werden, wobei er umso besser wird, je länger er reift. Nach dieser Methode hergestellter Essig ist allerdings etwas saurer als gekaufter Essig. Je nach Geschmack kann er daher vor der Verwendung mit etwas Wasser verdünnt werden. Wer möchte, kann der Essig nun in Flaschen abfüllen oder aromatisieren. Die Essigmutter hingegen kann mit neuem Wein aufgefüllt und so für den nächsten selbstgemachten Essig verwendet werden.

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Thema: Essig selber machen