Die Schabloniertechnik gehört zu den schon sehr alten Handwerkskünsten und ermöglicht dabei auch weniger geübten und erfahrenen Malern, auf recht einfache und schnelle Art und Weise dekorative Muster und Motive auf Wände, auf Möbel, auf Textilien und auf viele andere Gegenstände aufzubringen. Schablonen gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Größen, für die verschiedensten Verwendungszwecke und mit unzähligen Mustern und Motiven fertig zu kaufen. Wer jedoch nicht auf fertige Schablonen zurückgreifen, sondern seine eigenen Ideen und Wünsche umsetzen möchte, kann mit recht einfachen Mitteln Schablonen selber machen. Wie dies geht, was benötigt wird und worauf es zu achten gilt, erklärt die folgende Anleitung.

Schablonen selber machen – das wird benötigt:

  • Motiv
  • Pappe, Folie oder Papier, Laminierfolien und Laminiergerät
  • Skalpell, Teppichmesser oder Schere
  • Stift, PC und Drucker

 

Schablonen selber machen – so wird‘s gemacht:

1. Ein Motiv aussuchen

Zunächst einmal wird ein Motiv benötigt. Je nach Geschmack und Verwendungszweck kann im Internet, in Büchern und in Zeitschriften aus unzähligen Vorlagen ausgewählt werden, aber auch eigene Fotos oder Entwürfe eignen sich als Schablonenmotiv. Damit ein Foto oder ein Bild aber als Schablone verwendet werden kann, muss es etwas bearbeitet werden. Dabei muss das Bild zunächst in eine Schwarz-Weiß-Grafik umgewandelt werden. Anschließend werden die Kontraste möglichst deutlich eingestellt, so dass das Bild letztlich nur noch aus Linien und Konturen besteht. Bevor das Motiv nun ausgedruckt werden kann, muss noch einmal überprüft werden, ob irgendwo Inseln entstanden sind. Inseln sind Motivteile, die erhalten bleiben sollen, aber ringsum von Flächen umgeben sind, die ausgeschnitten werden. Da Inseln keine Verbindung zu einem anderen Motivteil haben, würden sie beim Zuschnitt wegfallen. Um dies zu verhindern, müssen also entsprechende Verbindungen eingezeichnet werden.

 

2. Die Schablone anfertigen

Das ausgesuchte Motiv wird nun auf das Material übertragen, aus dem die Schablone angefertigt wird. Anschließend werden die Innenflächen des Motivs mit einem Skalpell, einem Teppichmesser oder einer Schere möglichst exakt ausgeschnitten. Alle die Flächen, die bei der Anfertigung der Schablone ausgeschnitten werden, ergeben das Motiv, das später auf der Fläche zu sehen sein wird.

Für das eigentliche Anfertigen der Schablone kommen im Wesentlichen drei mögliche Varianten in Frage, die alle ihre Vor- und Nachteile haben:

a.) Schablonen aus Pappe. Werden die Schablonen aus Pappe angefertigt, wird das Motiv entweder direkt auf die Pappe gemalt oder auf einfaches Papier ausgedruckt und dieses dann auf die Pappe geklebt. Mit einem Teppichmesser, einem Skalpell oder einer Schere werden die Innenflächen des Motivs nun ausgeschnitten. Der große Vorteil von Schablonen aus Pappe ist, dass diese sehr kostengünstig hergestellt werden können, denn grundsätzlich kann jede beliebige Pappe verwendet werden. Nachteilig ist allerdings, dass sich dickere Pappe recht schwierig ausschneiden lässt, ohne dass Knicke oder ausgefranste Schnittkanten entstehen. Zudem weicht Pappe recht schnell durch. Um die Haltbarkeit der Schablone zu verlängern, ist es zwar möglich, sie mit Klarlack einzusprühen, allzu häufig können Schablonen aus Pappe aber dennoch nicht verwendet werden.

b.) Schablonen aus Folie. Für diese Schablonen wird eine eher feste, stabile Folie benötigt. Wird eine bedruckbare Folie verwendet, kann das Motiv direkt mit dem Drucker auf die Folie gedruckt werden. Ansonsten kann das Motiv auf Papier ausgedruckt und das Papier anschließend unter die Folie gelegt werden. Mit einem Stift kann das Motiv nun auf die Folie aufgemalt und danach ausgeschnitten werden. Schablonen aus Folie bieten die Pluspunkte, dass der Zuschnitt recht einfach ist, die Schablonen problemlos zu reinigen sind und mehrfach verwendet werden können. Nachteilig ist allerdings, dass vor allem großformatige Schablonen recht instabil sein können und daher beim Ausmalen entsprechend gut fixiert werden müssen.

c.) Laminierte Schablonen. Solche Schablonen werden angefertigt, indem das Motiv auf normales Papier ausgedruckt oder gezeichnet wird. Anschließend wird das Papier in eine Laminierfolie gesteckt und mit der geschlossenen Seite nach vorne in das Laminiergerät geschoben. Damit alle Seiten wirklich sicher und fest verschlossen sind, sollte das laminierte Papier nun noch ein bis zweimal durch das Laminiergerät laufen, anschließend können die Innenflächen des Motivs sorgfältig ausgeschnitten werden. Der Vorteil von laminierten Schablonen ist, dass es recht einfach ist, die Innenflächen exakt auszuschneiden. Zudem sind die Schablonen leicht zu reinigen und mehrfach verwendbar. Nachteilig ist allerdings, dass die Größe der Schablonen in aller Regel auf das Format DIN A4 beschränkt ist.

 

Schablonen selber machen

 

3. Die Schablone verwenden

Um das Motiv nun auf die Wand, ein Möbelstück, ein Kleidungsstück oder einen anderen Gegenstand zu übertragen, wird die Schablone an der gewünschten Stelle positioniert und mit etwas Klebeband oder Malerkrepp fixiert, so dass sie nicht mehr verrutschen kann. Nun werden die Innenflächen der Schablone mit wenig Farbe ausgefüllt. Dazu wird etwas Farbe mit einem Pinsel oder einem Schwamm aufgenommen und die jeweilige Fläche vorsichtig damit ausgetupft. Nach Möglichkeit sollte dabei keine Farbe unter die Schablone gelangen. Sind alle Flächen ausgefüllt, wird die Schablone entfernt und kann nach dem Reinigen der Rückseite an einer anderen Stelle neu angesetzt werden.

Und so sieht es aus, wenn aus einem Motiv eine Schablone entsteht.

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