Autor: Ömer Bekar

Der herrliche Duft im ganzen Haus, das Ausschlecken der Rührschüssel, das Kneten des Teiges oder das Verzieren von Kuchen und Plätzchen – Kinder finden das Backen einfach super. Und nebenbei können sie dabei jede Menge lernen. Aber was gilt es zu bedenken, damit das gemeinsame Backen ein voller Erfolg wird? Das erfährst Du hier! Außerdem haben wir 3 leckere Rezepte für den nächsten Backnachmittag für Dich und Deine Kids.

 

Backen mit Kindern – warum?

Beim Backen mit Kindern spielt nicht nur das Ergebnis eine Rolle. Natürlich ist es prima, wenn die Leckereien später gemeinsam genossen werden können. Mindestens genauso wichtig ist aber das Backen selbst. Kinder sind mächtig stolz, wenn sie in der Küche mithelfen dürfen und ihren Beitrag dazu leisten können, dass am Ende herrliche Köstlichkeiten entstehen. Das gemeinsame Werkeln in der Küche stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und vermittelt Geborgenheit. Der wunderbare Duft, der im ganzen Haus verströmt, prägt sich ein und erinnert für alle Zeit an zu Hause. Selbst Erwachsene fühlen sich oft in ihre Kindheit zurückversetzt, wenn ihnen der Duft von selbstgebackenem Kuchen in die Nase steigt. Das Kneten und Formen von Teigen oder das Verzieren von Plätzchen fördert außerdem die Feinmotorik von Kindern. Ihr Gespür für Formen und Farben wird dabei genauso angeregt wie ihre Kreativität. Und wie beim Kochen mit Kindern gilt auch beim Backen: Durch das Mitmachen und Verkosten lernen Kinder verschiedene Lebensmittel kennen, erfahren etwas über deren Herkunft und deren Geschmack. Und sie können hautnah miterleben, wie aus ein paar wenigen Zutaten etwas Köstliches entsteht.

 

Was mögen Kinder?

Für Süßes sind Kinder eigentlich immer zu begeistern. Aufwändige Torten oder komplizierte Kuchen sind aber nicht unbedingt geeignet, denn die Herstellung ist zu schwierig und vor allem dauert sie zu lange. So viel Geduld haben Kinder meist noch nicht. Sehr viel besser sind deshalb einfache Kuchen aus Rührteigen. Hier können die Kinder gut mithelfen, indem sie die Zutaten abwiegen, in die Schüssel füllen und beim Verrühren helfen. Ein weiterer Pluspunkt von Rührteigen ist, dass sie in unzähligen Varianten zubereitet werden können. Vom einfachen Rührteig über Teige, die mit Schokolade, Nüssen oder Früchten verfeinert sind, ist praktisch alles möglich. Und die Teige können als ein großer Kuchen oder als mehrere kleine Muffins gebacken werden. Außerdem kann bei Rührteigen nicht viel schiefgehen, so dass auch weniger erfahrene Zuckerbäcker leckere Kuchen hinbekommen.

Ein anderer idealer Teig beim Backen mit Kindern ist Hefeteig. Für Hefeteig braucht es zwar ein wenig Geduld, aber das Kneten macht viel Spaß. Und Kinder finden es spannend und faszinierend, wenn sie den Teig nach einer Weile aufdecken und ihr Teig dann doppelt so groß geworden ist. Hefeteig lässt sich zudem sehr vielseitig verarbeiten, für kleine Schokobrötchen beispielsweise genauso wie für süße Schnecken, als Boden von Blechkuchen oder für Pizza. Sollen leckere Plätzchen und Kekse gebacken werden, ist Mürbeteig bestens geeignet. Auch beim Mürbeteig können die Kinder dabei helfen, den Teig zu kneten und auszurollen. Besonders viel Spaß macht es ihnen aber, schöne Formen auszustechen und die Kekse bunt zu verzieren.

Extra-Tipp: In vielen Backrezepten wird Alkohol verarbeitet. Wird mit Kindern gebacken, kann der Alkohol oft einfach weggelassen werden. Denn kleine Mengen Alkohol sollen meist nur das Aroma abrunden. Erfordert ein Rezept größere Mengen Alkohol, kann er durch Fruchtsaft ersetzt werden. So bekommen beispielsweise Rosinen eine tolle Note, wenn sie – statt in Rum – in Apfelsaft eingelegt werden.

 

Warum ist die Optik wichtig?

backen mit kindernFür Kinder hat das Motto „Das Auge isst mit“ oft eine viel größere Bedeutung als für Erwachsene. Gerade Kinder, die in Sachen Essen sehr wählerisch sind, lassen sich mitunter von einem Gericht überzeugen, wenn die Optik stimmt. Wenn auf dem Wurstbrot beispielsweise eine kleine Maus aus einem Radieschen sitzt, verliert das Gemüse seinen Schrecken. Und ein Käsebrot, bei dem der Käse mit einem Plätzchenausstecher in eine witzige Form gebracht wurde, schmeckt gleich doppelt so gut. Auch beim Backen lassen sich weniger beliebte Zutaten tarnen. So kann der selbstgemachte Hefeteig für eine leckere Pizza beispielsweise mit allerlei buntem Gemüse belegt werden. Aber auch Blätterteig ist sehr gut geeignet. Denn Kinder beobachten es sehr gerne, wie die flachen Teigplatten im Backofen zu luftigen Kissen aufgehen. Wenn diese Kissen beispielsweise mit Spinat gefüllt sind, schmeckt sogar dieses Grünzeug ganz gut.

Ansonsten mögen Kinder schöne Formen und bunte Farben. Manchmal ist ein Kuchen allein schon deshalb köstlich, weil er die Form von einem Herzen hat oder mit bunten Blumen verziert ist. Deshalb gehört das Dekorieren beim Backen mit Kindern unbedingt dazu. Dabei wiederum gibt es unzählige Möglichkeiten:

  • Ein Kuchen, der noch nicht ganz abgekühlt ist, kann mit erwärmter Marmelade oder Konfitüre eingestrichen werden. Er bekommt dadurch einen tollen Glanz und die Schicht ist gleichzeitig ein prima Klebstoff.
  • Flüssige Schokolade eignet sich hervorragend als leckerer Überzug. Mit Schokolade können die Kinder aber auch Linien und Muster auf Kuchen und Kekse malen. Dazu tauchen sie einfach einen Löffel in die flüssige Schokolade und lassen diese dann heruntertropfen.
  • Zuckerguss kann als Klebstoff und für gemalte Verzierungen verwendet werden. Für Zuckerguss wird Puderzucker mit Wasser, Früchtetee oder Saft zu einem dickflüssigen Brei angerührt. Als ungefähres Rezept dabei gilt, dass 100g Gramm Puderzucker mit einem bis zwei Esslöffeln Flüssigkeit angemischt werden. Durch ein paar Tröpfchen Lebensmittelfarbe lässt sich der Zuckerguss in der Wunschfarbe einfärben.
  • Marzipan kann zu tollen Dekorationen geformt werden. Dazu wird die Marzipanrohmasse zwischen zwei Lagen Backpapier dünn ausgerollt. Wer möchte, kann den Marzipan vorher auch mit Lebensmittelfarbe einfärben. Aus dem Marzipan können dann Formen ausgeschnitten oder mit Plätzchenausstechern ausgestochen werden. Die Kinder können aber auch kleine Kugeln, Blumen, Tiere, Buchstaben, Zahlen und andere Motive formen. So kann beispielsweise der Geburtstagkuchen zu einem echten Unikat werden.
  • Verschiedene Materialien zum Bestreuen geben dem Backwerk optisch seinen letzten Schliff und sorgen auch geschmacklich für Abwechslung. So können Kuchen und Muffins mit bunten Zuckerstreuseln, Kokosflocken oder gemahlenen Nüssen bestreut werden. Auch Gummibärchen, Schokolinsen, Trockenfrüchte oder frisches Obst eignen sich prima als Deko.
  • Zudem können aus einfachem Puderzucker tolle Verzierungen entstehen. Dazu können Kinder verschiedene Motive aus Backpapier ausscheiden. Diese Motive legst Du auf den Kuchen und bestreust ihn dann mit Puderzucker. Wenn Du nun die Backpapiermotive abhebst, siehst Du das Muster.

 

Grundrezept für leckere Muffins

Grundrezept für leckere MuffinsMuffins sind ein ideales Gebäck für Kinder. Denn die Basis bildet ein Rührteig, bei dem die Kids gut mithelfen können. Die fertigen Minikuchen haben genau die richtige Größe für kleine Kinderhände. Und damit die Muffins schön aussehen, können sie die Kinder nach Lust und Laune verzieren.

Fürs Backen von Muffins sind im Handel spezielle Muffinformen erhältlich. Hierbei handelt es sich um kleine Backbleche mit sechs oder 12 Vertiefungen. Eine solche Form musst Du aber nicht unbedingt kaufen. Stattdessen kannst Du nämlich auch Papierförmchen für Muffins nehmen, für jeden Minikuchen drei davon ineinander stellen und auf einem normalen Backblech verteilen. Für das Grundrezept brauchst Du folgende Zutaten:

  • 125g weiche Butter
  • 2 Eier
  • 150ml Milch
  • 125g Zucker
  • 1 Tütchen Vanillezucker
  • 200g Mehl
  • ½ Tütchen Backpulver

Als erstes heizt Du den Backofen auf 180 Grad Celsius vor. Dann nimmst Du eine Schüssel und vermischst darin den Zucker, den Vanillezucker, das Mehl und das Backpulver. Anschließend nimmst Du eine zweite Schüssel. In diese Schüssel gibst Du die weiche Butter, die Eier und die Milch und rührst die Zutaten solange, bis eine cremige Masse entstanden ist. In diese Masse schüttest Du nun die trocknen Zutaten aus der ersten Schüssel. Dann verrührst Du alle Zutaten schnell miteinander. Dabei solltest Du aber wirklich zügig arbeiten. Wenn Du lange rührst, wird der Teig zäh und die Muffins werden fest und gehen beim Backen nicht so schön auf. Den fertigen Teig verteilst Du nun in die Muffinförmchen. Befülle die Förmchen aber nur zu etwa zwei Dritteln, denn der Teig geht noch auf. Die kleinen Minikuchen müssen nun ungefähr zehn Minuten lang backen. Wenn sie schön goldgelb sind und kein Teig mehr kleben bleibt, wenn Du ein Holzstäbchen hinein stichst, sind sie fertig.

Dieses Grundrezept kannst Du natürlich beliebig abwandeln. So kannst Du beispielsweise Nüsse, Kakao oder Schokoladenstückchen hinzufügen. Oder Du kannst Obst einarbeiten. Wenn Du tiefgekühlte Früchte verwendest, solltest Du das Obst aber direkt aus dem Tiefkühlfach verarbeiten und mit den trockenen Teigzutaten vermengen. Dadurch verhinderst Du, dass Dein Teig zu flüssig wird. Gleiches gilt für sehr saftige Obststorten. Wenn Du sie mit dem Mehl vermischst, sinken sie nicht alle auf den Boden, es tritt weniger Saft aus und Deine Muffins verfärben sich weniger. Wenn Du Deine Muffins besonders fluffig möchtest, kannst Du ein wenig Natron in den Teig geben.
Die etwas abgekühlten Muffins kannst Du mit Puderzucker bestäuben. Du kannst sie aber auch mit Zuckerguss, flüssiger Marmelade oder Schokolade bestreichen und mit bunten Zuckerstreuseln bestreuen. Oder Du formst mit Deinen Kindern kleine Figuren und Verzierungen aus Marzipan.

Und noch ein Tipp: Wenn Du keine Muffins backen möchtest, kannst Du den Teig auch in eine normale Kuchenform einfüllen und einen großen Kuchen backen. Dann verlängert sich die Backzeit auf etwa eine halbe Stunde.

 

Rezept für süße Hefeteilchen

Rezept für süße HefeteilchenAus Hefeteig lassen sich tolle Leckereien zaubern. So können beispielsweise süße Brötchen, Schokobrötchen oder Rosinenbrötchen zubereitet werden. In die richtige Form gebracht, entstehen kleine Igel, Männchen oder lustige Gesichter. Für süße Schnecken wiederum rollst Du den Teig aus und bestreichst ihn mit Pudding oder einer Nuss-Milch-Mischung oder bestreust ihn mit Zimt und Zucker. Für den Hefeteig brauchst Du folgende Zutaten:

  • 500g Mehl
  • 1 Würfel Hefe
  • 200ml Milch
  • 1 Ei
  • 60g sehr weiche Butter
  • 60g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • etwas Milch und 1 Eigelb zum Bestreichen

Als erstes nimmst Du die Milch und erwärmst sie auf dem Herd oder in der Mikrowelle. Die Milch soll aber nur lauwarm sein, auf keinen Fall heiß. In die Milch bröselst Du dann die Hefe und rührst gut um, bis sich die Hefe komplett aufgelöst hat.

Alle anderen Zutaten gibst Du in eine große Schüssel. Die Hefemilch gießt Du darüber und verknetest die Zutaten anschließend zu einem homogenen Teig. Den Teig solltest Du solange kneten, bis er nicht mehr am Schüsselrand klebt. Ist der Teig zu klebrig, kannst Du noch ein wenig mehr Mehl einarbeiten. (Für Schoko- oder Rosinenbrötchen fügst Du zum Schluss noch Schokoladenstückchen oder Rosinen dazu.) Den Hefeteig deckst Du dann mit einem Tuch ab und lässt ihn an einem warmen Ort mindestens eine halbe Stunde lang gehen.

Wenn der Teig schön aufgegangen ist, knetest Du ihn noch einmal kräftig durch. Dann verarbeitest Du ihn in der gewünschten Form weiter. Für Brötchen formst Du beispielsweise mandarinengroße Kugeln und setzt sie mit etwas Abstand zueinander auf ein Backblech. Für lustige Gesichter formst Du tennisballgroße Kugeln, rollst sie aus und drückst Rosinen, Mandeln, Kirschen oder Schokostückchen als Augen, Mund und Nase in den Teig. Für Schnecken rollst Du den Teig dünn aus. Dann kannst Du den Teig mit Zimtzucker bestreuen oder mit Pudding, Schokoladencreme oder Marmelade bestreichen. Anschließend rollst Du den Teig auf und schneidest ihn in fingerdicke Scheiben.

Den fertig geformten Teig deckst Du wieder mit einem Tuch ab und lässt ihn noch einmal etwa 15 Minuten lang ruhen. In der Zwischenzeit heizt Du den Backofen auf 220 Grad Celsius vor. Direkt vor dem Backen verrührst Du ein Eigelb mit einem guten Schuss Milch und bestreichst damit die Hefeteilchen. Das sorgt für eine schöne Farbe und einen tollen Glanz. Je nach Größe müssen die Hefestückchen dann ungefähr zehn bis 15 Minuten lang backen. Wenn sie schön goldgelb geworden sind, sind sie fertig.

 

Rezept für köstliche Waffeln

Rezept für köstliche WaffelnEs müssen gar nicht immer Kuchen sein. Die meisten Kinder lieben nämlich auch Waffeln. Beim Backen der Waffeln können die Kids zwar noch nicht unbedingt helfen, denn das Waffeleisen wird sehr heiß. Aber beim Anrühren vom Teig und beim Vorbereiten der Beilagen können die Kinder prima mitmachen. Für den Waffelteig brauchst Du folgende Zutaten:

  • 6 Eier
  • 120g weiche Butter
  • 150g Zucker
  • 1 Tütchen Vanillezucker
  • 250g Schlagsahne
  • 200g Mehl

Als erstes gibst Du die Eier, die Butter, den Zucker und den Vanillezucker in eine Schüssel und rührst die Zutaten schön schaumig. Dann gießt Du die Schlagsahne dazu und rührst sie ebenfalls unter. Zum Schluss gibst Du das Mehl in die Schüssel und verrührst das Ganze zu einem homogenen Teig.

Den Teig backst Du portionsweise im Waffeleisen aus. Schon fertige Waffeln kannst Du im Backofen warmhalten. Die Waffeln kannst Du einfach nur mit Puderzucker bestreut servieren. Du kannst sie aber auch mit Eis, Früchten, Schokosauce, geschlagener Sahne und verschiedenen anderen Leckereien genießen.