Im Zusammenhang mit Wein denken die meisten sicherlich zunächst an Rot- und Weißwein, die in mitunter sehr aufwändigen Verfahren hergestellt und in unterschiedlichen Varianten sowie verschiedenen Qualitäts- und Preisklassen erhältlich sind. Daneben gibt es aber noch eine Reihe anderer Weine. Hierzu gehören beispielsweise Obstweine, die aus Fruchtmaische oder aus Fruchtsäften hergestellt werden. Sehr bekannt in diesem Zusammenhang ist sicherlich Apfelwein, aber auch aus Kirschen, Heidelbeeren und anderen Früchten können leckere, süffige Weine entstehen.

Dabei ist die Obstweinherstellung nicht ganz so schwierig und aufwändig, was vermutlich ein Grund dafür ist, weshalb auch viele Hobbygärtner die Früchte aus ihren Gärten zu Obstweinen verarbeiten. Eine andere Sorte von Wein ist Honigwein, der auch als Met bezeichnet wird. Honigwein ist ein schon sehr altes Getränk, das vor allem im Winter sehr gerne getrunken wird. Ähnlich wie bei anderen Weinen bildet auch bei Honigwein eine Hefe-Zucker-Lösung die Basis für den Gärprozess. Die Früchte oder Fruchtsäfte werden beim Honigwein jedoch durch Honig ersetzt, der mit Wasser verdünnt ist. Nun gibt es die unterschiedlichsten Rezepte für Honigwein. Einige arbeiten mit besonderen Hefen, andere fügen Hefenährsalz und Säure hinzu und wieder andere schwefeln den Honigwein nach der Fertigstellung. Wer jedoch einen Wein selber machen möchte, der mit nur wenigen und ganz einfachen Zutaten auskommt, dabei aber geschmacklich ganz nach den eigenen Wünschen und Vorlieben variiert werden kann, findet im Folgenden vielleicht das passende Rezept dafür.

Honigwein selber machen – die Zutaten

  • 1,3l Wasser
  • 0,2l naturtrüber Apfelsaft
  • 1l flüssiger Honig
  • ½ Teelöffel Mehl oder ein halber geriebener Apfel
  • 1 Tüte Trockenhefe (zum Backen)
  • 50g Zucker
  • Gewürze nach Wunsch, beispielsweise etwas Zimt, 1 Nelke oder etwas Sternanis

Außerdem werden ein großer Kochtopf, ein Gefäß zum Ansetzen der Hefe, saubere Flaschen und ein Gärgefäß benötigt. Als Gärgefäß eignet sich beispielsweise eine große bauchige Flasche, die entweder mit einem gelochten Gummistopfen oder aber einfach mit Küchenrolle und Klebeband verschlossen wird. Der Verschluss muss dabei, wie bei Obstwein übrigens auch, einerseits sicherstellen, dass weder Luft noch Bakterien, Schimmelsporen, Fruchtfliegen und andere unterwünschte Stoffe in den Wein gelangen, andererseits müssen die entstehenden Gase entweichen können.

 

Honigwein selber machen – so geht‘s

1.) Zuerst wird etwas handwarmes Wasser in ein Gefäß gegeben und mit 50g Zucker und der Trockenhefe vermischt. Diese Mischung muss nun mindestens eine Stunde lang an einem warmem Ort ruhen, bis der Gärprozess beginnt und sich an der Oberfläche Schaum bildet.

2.) In der Zwischenzeit wird das restliche Wasser mit dem Apfelsaft und dem Honig in einen großen Kochtopf gegeben. Bei kleiner Hitze wird die Mischung unter ständigem Rühren nun vorsichtig erwärmt, bis sich der Honig gleichmäßig mit dem Wasser vermischt hat. Wichtig dabei ist aber, dass die Mischung nicht wärmer wird als 40 Grad, denn andernfalls würden die Inhaltsstoffe des Honigs beschädigt werden und es könnten sich Klümpchen bilden. Grundsätzlich ist es auch möglich, auf das Aufwärmen zu verzichten, allerdings löst sich der Honig so besser und einfacher.

3.) Jetzt muss die Honig-Saft-Wasser-Mischung wieder etwas abkühlen. Wenn sie nur noch handwarm ist, wird das Mehl untergerührt. Das Mehl beeinflusst den Geschmack nicht, unterstützt aber die Hefe beim Gärprozess. Anstelle des Mehls kann genauso aber auch ein halber geriebener Apfel verwendet werden. Zudem können jetzt ganz nach Lust und Laune Gewürze hinzugefügt werden, wobei hier eine nur sparsame Dosierung erfolgen sollte, denn ansonsten wird der Geschmack zu intensiv. Der Honigwein schmeckt aber natürlich auch ohne Gewürze gut. Zum Schluss wird noch die Zucker-Hefe-Lösung eingerührt und der Honigwein dann in das Gärgefäß umgefüllt.

4.) Nun wird das Gärgefäß verschlossen und dann heißt es abwarten, denn der Gärprozess dauert je nach Temperatur gute drei bis vier Wochen. Wird der Honigwein getrunken, wenn die Gärung noch nicht abgeschlossen ist, schmeckt er noch recht stark nach Hefe. Daher ist es im Zweifel besser, etwas länger zu warten. Nach dem Gären wird der Honigwein dann durch ein Sieb oder ein Baumwolltuch gegossen und in Flaschen abgefüllt. Danach ist der selbstgemachte Honigwein fertig und trinkbereit.

Eine andere Möglichkeit, um Wein ganz einfach selbst herzustellen, zeigt dieses Video.

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Thema: Wein selber machen