Visitenkarten gehören heute vor allem im geschäftlichen Bereich zum Standard, aber auch im privaten Bereich werden gerne und häufig Visitenkarten ausgetauscht. Anders als vielfach angenommen sind Visitenkarten dabei allerdings keine moderne Erfindung der Neuzeit, sondern blicken auf eine schon recht lange Tradition zurück. So wurden bereits im 17. Jahrhundert Visitenkarten verwendet. Damals übergab ein Besucher seine Visitenkarte an der Eingangstür an den Butler oder die Hausdame, die die Karte wiederum dem Hausherren brachten und auf diese Weise den Besucher und dessen geplante Visite ankündigten.

Seinerzeit wurden die Visitenkarten aber gleichzeitig noch nach einem bestimmten System geknickt. Dies sollte es einerseits erleichtern, eine auf beispielsweise dem Tisch liegende Visitenkarte aufzunehmen. Andererseits standen die Knicke für bestimmte Notizen oder Hinweise. So bedeutete beispielsweise ein nach oben geknickter Rand, dass der Hausherr nicht zu Hause war oder den Besuch nicht empfangen konnte, als der Besucher seine Visitenkarte persönlich abgegeben hatte. Heute hingegen gilt es als sehr unhöflich, Visitenkarten zu knicken. Zudem werden Visitenkarten in aller Regel nicht mehr dazu verwendet, um einen Besuch anzukündigen, sondern haben die Funktion, die wichtigsten Kontaktdaten in übersichtlicher und kompakter Form zusammenzufassen.

Wer Visitenkarten für den geschäftlichen oder den privaten Bereich benötigt, hat unterschiedliche Möglichkeiten. So kann er die Visitenkarten bei einem entsprechenden Dienstleister in Auftrag geben, der sich um die Gestaltung und den Druck kümmert. Daneben gibt es zahlreiche Anbieter, die kostenlose Software zur Verfügung stellen, mit deren Hilfe die Visitenkarten selbst entworfen werden können. Die fertigen Entwürfe werden anschließend ausgedruckt und zugeschickt. Genauso ist es aber auch möglich, seine Visitenkarten vollständig selbst zu machen. Hierfür werden lediglich der Computer samt Drucker, ein geeignetes Papier und ein paar Ideen für die Gestaltung benötigt. Gerade bei kleinen Stückzahlen ist dies oft die kostengünstigste Variante, während sich das Selbermachen von großen Stückzahlen meist nicht rechnet. Für diejenigen, die ihre Visitenkarten selbst entwerfen und ausdrücken möchten, erklärt die folgende Anleitung die wesentlichen Schritte zum Visitenkarten Selbermachen, kostenlos und nach den eigenen Vorstellungen.

Visitenkarten selber machen – so geht‘s:

1. Ein geeignetes Programm auswählen.

Mit welchem Programm die Visitenkarten erstellt werden, ist letztlich reine Geschmacksache. Es muss keineswegs eine spezielle Software für Visitenkarten verwendet werden, denn beispielsweise auch ein beliebiges Textverarbeitungsprogramm eignet sich durchaus zum Selbermachen von Visitenkarten. Entscheidend ist vielmehr, dass ein Programm ausgewählt wird, mit dem der Nutzer gut umgehen kann. Wer seine Visitenkarten beispielsweise mit Word erstellen möchte, findet hier eine Videoanleitung dazu:

 

2. Papier besorgen und die Inhalte festlegen.

Grundsätzlich gibt es für Visitenkarten kein verbindliches Standardformat, im Laufe der Zeit hat sich allerdings das sogenannte Scheckkartenformat durchgesetzt. Aus diesem Grund werden heute in aller Regel Visitenkarten in einer Größe von 54 x 85mm oder 55 x 85mm angefertigt. Im Hinblick auf das Papier sind Papiere mit einem Gewicht von 250 bis 300g pro Quadratmeter Standard. Im Handel gibt es spezielles Visitenkartenpapier in unterschiedlichen Farben und auch Formaten. Dabei handelt es sich meist um Bögen, die vorgestanzt sind. Prinzipiell können aber auch normale Bögen aus festerem Papier verwendet und später von Hand zugeschnitten werden.

Als nächstes sollte festgelegt werden, welche Inhalte auf den Visitenkarten stehen sollen. Zum Standard gehören dabei der Name samt Titel, die Postanschrift und die Kontaktmöglichkeiten in Form von Telefonnummer, Fannummer, Mobilfunknummer, E-Mail-Adresse und eventuell Homepage. Daneben können aber auch weitere Angaben auf der Vorder- oder der Rückseite der Visitenkarte untergebracht werden, bei Unternehmen beispielsweise das Firmenlogo, ein Werbeslogan, eine kurze Beschreibung des Angebots, die Öffnungszeiten oder eine kleine Anfahrtsskizze.

 

3. Einen Entwurf mit Farben und Grafiken erstellen.

Steht fest, welche Inhalte aufgenommen werden sollen, geht es an die eigentliche Gestaltung der Visitenkarten. In welchen Farben die Karte gehalten, ob und welche Grafiken eingebettet, wie der Hintergrund gestaltet und welche Schriftarten verwendet werden, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Generell gilt aber, dass eine Visitenkarte übersichtlich bleiben und nicht zu überladen wirken sollte. Im Zweifel ist es daher besser, die Visitenkarten eher zurückhaltend und dezent zu gestalten. Mithilfe des Programms können die einzelnen Elemente nun hin- und hergeschoben werden, bis ein stimmiges Gesamtbild entsteht.

 

4. Einen Probedruck machen und eventuelle Korrekturen vornehmen.

Ist der Entwurf der Visitenkarten fertig, sollte ein Probeausdruck angefertigt werden. Dadurch kann zum einen überprüft werden, ob die Karten richtig auf das Papier ausgedruckt werden, was insbesondere bei vorgestanzten Bögen sehr wichtig ist. Zum anderen kann überprüft werden, wie die Karte in Natura wirkt, denn vor allem Farben können auf dem Bildschirm anders aussehen als ausgedruckt auf Papier. Sofern Korrekturen notwendig sind, werden diese nun durchgeführt.

 

5. Die Visitenkarten ausdrucken.

Stimmt der Probeausdruck mit den eigenen Vorstellungen überein, können die Visitenkarten ausgedruckt werden und damit sind die selbstgemachten Visitenkarten fertig.

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