Viele Brettspiele sind mittlerweile zu echten Klassikern geworden, die eigentlich jeder kennt und die regelmäßig für stundenlangen Spielspaß sorgen. Dabei sind vor allem die klassischen Spiele vom Spielprinzip her oft recht einfach, so dass sie sich als Spiele für die ganze Familie eignen und vom Opa bis zum Enkel alle mitspielen können. Gerade hier kann aber auch ein Nachteil liegen, denn oft sind die Spielbretter nicht sehr robust und sowohl die Spielbretter als auch die Figuren recht klein. Sitzen nun mehrere Mitspieler am Tisch, kann es durchaus passieren, dass nicht jeder Mitspieler gleichgute Sicht auf das Spielfeld hat und die Figuren erkennen und greifen kann.

Der Handel bietet zwar auch Brettspiele mit großen Spielbrettern und größeren Figuren, beispielsweise extra für Kinder oder auch im Rehabilitationsbedarf für Senioren, aber diese Spiele sind üblicherweise recht teuer.

Sinnvoll kann daher sein, die Brettspiele selber zu machen. Dafür werden nur wenige Materialien benötigt und wenn alle mithelfen, sind die Arbeiten schnell erledigt. So kann sich der Vater beispielsweise um die Tischlerarbeiten kümmern, während die Mutter das Spielfeld gestaltet und die Kinder die Spielfiguren bemalen. Dabei kommen viele Brettspiele zum Selbermachen in Frage, angefangen bei “Mensch ärgere dich nicht” über “Mühle” oder “Dame” bis hin zu “Halma”. Die Basis für die selbstgemachten Spiele bildet ein einfaches, quadratisches Holzbrett, das sorgfältig geschliffen und auf das das Spielfeld des jeweiligen Spiels gemalt wird. Dabei können natürlich beide Seiten des Bretts gestaltet werden, so dass pro Brett dann zwei verschiedene Spiele vorhanden sind. Das Spielfeld wird anschließend ausgemalt und mit mehreren Schichten Klarlack überzogen.

Die Spielfiguren können gekauft oder aus beispielsweise Rundstäben ebenfalls selbst hergestellt werden. Dafür werden die Rundstäbe einfach in gleichlange Stücke zersägt, mit Holzfarben bemalt und mit Klarlack versiegelt. Auf diese Weise können aber nicht nur bekannte Brettspiele nachgebaut werden, sondern es können auch eigene Spiele erfunden und die Spielbretter nach den eigenen Vorstellungen und Ideen gestaltet werden. So entstehen dann individuelle und personalisierte Brettspiele, die sich hervorragend auch als Geschenk eignen. In der folgenden Anleitung wird nun noch ein weiterer Klassiker als Brettspiel zum Selbermachen vorgestellt, nämlich Solitär.

Solitär als Brettspiel zum Selbermachen – das wird benötigt:

  • 1 Holzbrett, 18 x 18 x 2cm
  • 1 Holzbrett, 16 x 16 x 1cm
  • 2 Holzleisten, 18 x 5 x 1cm
  • 2 Holzleisten, 16 x 5 x 1cm
  • 32 Holzdübel mit 1cm Durchmesser, 2cm lang
  • 2 kleine Scharniere oder Klavierband
  • Lineal, Bleistift, Holzleim und Bohrmaschine

 

Solitär als Brettspiel zum Selbermachen – so geht‘s:

1. Die Aufbewahrungsbox bauen

Für das Spiel wird zuerst eine Box angefertigt, in der die Spielfiguren aufbewahrt werden und die gleichzeitig als Stellfläche dient. Für die Box werden die vier 5cm hohen Holzleisten an das 16 x 16cm große Holzbrett geleimt.

 

2. Das Spielfeld anfertigen

Während der Holzleim abbindet, wird das eigentliche Spielfeld angefertigt. Hierfür werden zuerst die Bohrungen aufgezeichnet, die für die Holzdübel als Spielfiguren benötigt werden. Insgesamt werden 33 Löcher benötigt, die kreuzförmig angeordnet sind. Die jeweils äußeren Löcher werden dabei mit einem Abstand von 2,5cm zu den Außenkanten platziert, die Abstände zwischen den Löchern betragen jeweils 1cm. Die Löcher selbst haben einen Durchmesser von 1cm und werden 1cm tief gearbeitet.

 

Brettspiele zum selber machen

 

Sind alle Löcher gebohrt, kann das Brett mithilfe von zwei kleinen Scharnieren oder Klavierband auf die Box montiert werden. Dadurch ist das Brett das Spielfeld und gleichzeitig der Deckel der Box. Wer möchte, kann die Box nun noch bemalen.

 

3. Spielen!

Der Name des Brettspiels leitet sich vom Lateinischen solus für alleine ab und das Spiel ist auch unter Namen wie Steckhalma, Springer oder Einsiedlerspiel bekannt. Die 32 Holzdübel als Spielfiguren werden zu Spielbeginn in die Löcher auf dem Spielbrett gesteckt, nur das mittlere Loch bleibt frei. Nun wird pro Spielzug eine Spielfigur ausgesucht, mit der eine andere Spielfigur übersprungen wird. Gesprungen werden darf nach rechts, nach links, nach oben, nach unten und diagonal. Es darf aber immer nur eine andere Spielfigur übersprungen werden und hinter dieser Spielfigur muss sich ein freies Feld befinden. Die Spielfigur, mit der der Spielzug durchgeführt wurde, wird in das freie Feld gesteckt, die übersprungene Spielfigur hingegen wird entfernt. Das Spiel ist beendet, wenn keine Spielfigur mehr übersprungen werden kann, wobei das Ziel darin besteht, dass nur noch eine einzige Spielfigur übrig bleibt. Profis benötigen hierfür übrigens nur 18 Spielzüge.

Thema: Brettspiele zum selber machen