Gerade in kleinen Räumen ist es oft gar nicht so leicht, einen geräumigen Schrank so zu positionieren, dass sich die Türen vollständig öffnen lassen. Aber wenn selbst dies gelingt, ist es oft nicht möglich, die Türen geöffnet zu lassen und sich dennoch bequem in dem Raum zu bewegen, denn die Gänge zwischen den geöffneten Türen und den anderen Möbelstücken sind vielfach schlichtweg zu eng. Abhilfe können hier Schiebetüren schaffen, die bequem hin- und hergeschoben werden können, um den Schrank zu öffnen, dabei aber nicht störend in den Raum hineinragen.

Ein weiterer Vorteil von Schiebetüren ist, dass diese auch nachträglich eingebaut werden können, beispielsweise wenn eine Nische oder eine Dachschräge als Stauraum genutzt werden soll. Daneben können Schiebetüren aber auf einfache und dekorative Weise auch für Ordnung sorgen. So können eine Garderobe oder eine unschöne Ecke genauso hinter einer Schiebetür verschwinden wie der Fernseher oder der Computer, der in einem Regal steht und nur bei Bedarf zum Vorschein kommt.

Für Schiebetüren gibt es unterschiedliche Systeme, die sich vom Grundprinzip her aber in zwei Varianten einteilen lassen, nämlich in unten und in oben geführte Türen. Bei unten geführten Systemen sind die Schiebetüren mit Rollen ausgestattet, die in eine Schiene eingehängt sind. Diese Schiene wird an der Decke oder an der Schrankdeckelplatte befestigt. Auf der Unterseite sind die Schiebetüren mit Gleitern ausgestattet, die in einer Nut geführt werden. Bei oben geführten Systemen sind die Türen auf der Unterseite mit Rollen ausgestattet, die in einer Bodenschiene geführt werden. Auf der Oberseite hängen die Türen ebenfalls in einer Schiene, die Führung erfolgt über einen gefederten Riegel oder waagerecht angeordnete Rädchen.

Wer Schiebetüren selber machen möchte, muss nun aber nicht unbedingt einen Schreiner oder einen Möbelbauer beauftragen, denn im Grunde genommen ist es nicht allzu schwer, Schiebetüren selbst zu bauen und zu montieren. Wichtig ist hierbei lediglich, darauf zu achten, dass die Türen weder zu schwer noch zu instabil werden. Im Baumarkt sind dann alle erforderlichen Materialien für den Bau und die Montage erhältlich, wobei es Komplettpakete gibt, die Materialien aber auch selbst zusammengestellt werden können. Nun hat aber sicherlich nicht jeder Heimwerker Erfahrung im Selbstbau von Schiebetüren und nicht jeder Hobbybastler verfügt über das notwendige Werkzeug, um beispielsweise Nuten zu fräsen oder Rollen in die Türblätter einzulassen. Aus diesem Grund wird in der folgenden Anleitung eine Idee für Schiebetüren zum Selbermachen vorgestellt, die sehr einfach umzusetzen ist und ohne besondere Werkzeuge auskommt.

Schiebetüren selber machen – das wird benötigt:

  • 4 U-Profile; das Innenmaß hängt von der Stärke der Türblätter ab. Dabei muss das Innenmaß etwas größer sein als die Türstärke, bei beispielsweise 5mm starken Türblättern sollten die Profile ein Innenmaß von etwa 6mm haben.
  • 2 Türblatter mit Griff oder Griffloch; diese können beispielsweise aus Plexiglas oder aus dünnen Sperrholzplatten bestehen, die bemalt, tapeziert oder mit Stoff beklebt werden.
  • Schrauben
  • Akku-Schrauber und Bohrmaschine
  • Wasserwaage

 

Schiebetüren selber machen – so geht’s:

1. Die U-Profile vorbereiten und montieren

Werden die Schiebetüren in einen Schrank montiert, werden die U-Profile zuerst auf die benötigte Länge zugeschnitten. Anschließend werden Löcher in die Mittelstege der U-Profile gebohrt. Diese Löcher sind für die Schrauben vorgesehen, durch die die Profile befestigt werden. Damit die Türen später ohne zu haken in den Profilen hin- und hergeschoben werden können, müssen die Schrauben aber komplett versenkt sein. Daher werden die Löcher nach dem Bohren abgesenkt. Nun werden zwei der Profile hintereinander an die Decke oder in den Schrank montiert.

 

Schiebetüren selber machen

 

2. Die Schiebetüren einhängen

Sind die oberen Profile montiert, können nun die Schiebetüren eingehängt werden. Dazu wird ein U-Profil unter die erste Tür geschoben. Diese Tür wird dann oben in das hintere Profil eingefädelt und mithilfe der Wasserwaage gerade ausgerichtet. Ist die Tür gerade, wird das Profil auf dem Boden festgeschraubt. Anschließend wird dies mit der zweiten Tür wiederholt. Auch hier wird die Tür also oben eingefädelt, dieses Mal aber in das vordere Profil, ausgerichtet und das Profil unten am Boden festgeschraubt.

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