Lockenfrisuren wirken nicht nur romantisch und verspielt, sondern die Locken lassen das Haar auch voller und voluminöser aussehen. Dabei sind Lockenfrisuren aber keineswegs eine Erfindung der Neuzeit. Schon im antiken Ägypten legten Frauen ihre Haare in Locken, indem sie Schlamm im Haar verteilten und Stäbe aus Holz als Lockenwickler verwendeten. Die Wärme der Sonne sorgte dann für die Lockenmähne, die allerdings nur bis zur nächsten Haarwäsche hielt. In den 1930er-Jahren wurde eine Methode entwickelt, die Haare dauerhaft in Locken zu legen und mit der sogenannten kalten Dauerwelle kam eine erste Form der uns heute bekannten Dauerwelle auf den Markt. Im Laufe der Jahre wurden die Techniken dann immer ausgefeilter und auch die Präparate wurden haarfreundlicher. Einen regelrechten Boom erlebte die Dauerwelle schließlich in den 1980er-Jahren.

lockenfrisuren-selber-machenWer keine dauerhafte Lösung sucht, sondern seine Haare nur gelegentlich in Locken legen möchte, kann sich seine Lockenfrisur durchaus auch selber machen. Dies ist beispielsweise möglich, indem die Locken mit einem Glätteisen oder mit einem Lockenstab in Form gebracht werden. Wie eine solche Lockenfrisur dann aussehen kann, zeigt dieses Video:

Nun ist ein häufiger Gebrauch von Glätteisen und Lockenstab trotz Hitzeschutzspray und anderen Pflegeprodukten aber auf Dauer sehr anstrengend für die Haare. Gleiches gilt dann, wenn die Haare auf Lockenwickler aufgedreht und mit dem heißen Föhn in Form gebracht werden. Die beiden folgenden Anleitungen beschreiben daher Möglichkeiten für Lockenfrisuren auf haarfreundliche und zugleich sehr einfache Art.

 

1. Variante: Lockenfrisuren durch Flechten

Eine einfache, aber bewährte Methode sind sogenannte Flechtwellen. Diese entstehen wie folgt:

1.) Zuerst werden die Haare zu einem Französischen Zopf verflochten, der möglichst direkt am Haaransatz beginnen sollte. Dadurch locken sich später die Haare in ihrer gesamten Länge und nicht nur die Haarlängen. Damit sich der Zopf nicht löst, wird er mit einem Haargummi fixiert.

2.) Damit sich auch die Haarspitzen locken, werden diese zunächst in etwas Spitzenpapier oder alternativ etwas Küchenrolle als zusätzliche Schutzschicht gelegt. Dann werden die Haarspitzen und das Zopfende vorsichtig auf einen Klettwickler oder eine Papillote aufgedreht.

3.) Nun wird der gesamte Zopf gleichmäßig angefeuchtet. Die Haare bleiben dann über Nacht verflochten.

4.) Am nächsten Morgen wird der Zopf vorsichtig geöffnet und die Haare werden mit den Fingern in Form gezupft.

5.) Wer sehr dicke Haare hat oder kleine Löckchen möchte, kann auch mehrere Zöpfe flechten. Je dünner die Zöpfe sind, desto kleiner werden auch die Locken.

 

2. Variante: Lockenfrisuren mithilfe von Stoffbändern

Diese Variante ist etwas aufwändiger als Flechtwellen, denn hier werden die Haare nicht geflochten, sondern um Stoffbänder gewickelt. Die Locken, die hierbei entstehen, ähneln Wasserwellen und auch den Locken, die durch ein Kreppeisen entstehen. Für solche Lockenfrisuren werden Bänder oder Streifen aus einem dickeren, weichen Stoff benötigt, die mindestens doppelt so lang sind wie die Haare. Die Breite der Stoffbänder bestimmt über die spätere Größe der Locken und je breiter die Stoffbänder sind, desto größer werden die Wellen. Vorgegangen wird folgendermaßen:

1.) Sofern die Haare nicht frisch gewaschen sind, werden sie zuerst etwas angefeuchtet, denn die Haare sollten leicht feucht sein.

2.) Nun wird eine Strähne abgeteilt und ein Stoffband daran befestigt. Zum Befestigen wird das Stoffband in der Mitte zusammengenommen und die entstandene Schlaufe über die Strähne gefädelt. Dann werden die beiden Enden des Bandes durch die Schlaufe geführt und die Schlaufe wird zugezogen.

3.) Nun wird die Strähne um das Stoffband gewickelt, indem die Haare immer im Wechsel vor und hinter den Stoffbändern durchgeführt werden:

 

Lockenfrisuren selber machen

 

4.) Damit sich die Haarsträhne nicht wieder löst, wird das Ende mit einem Haargummi gesichert.

5.) Ist die erste Strähne fertig, wird die nächste Strähne abgeteilt, das nächste Stoffband wird befestigt und auch diese Strähne wird aufgewickelt. Dies wird dann wiederholt, bis alle Haare eingearbeitet sind. Wenn die Haare zwischenzeitlich getrocknet sind, können sie noch einmal angefeuchtet werden, danach verbleiben sie über Nacht aufgewickelt.

6.) Am nächsten Morgen werden die Zöpfe geöffnet und die Haare vorsichtig mit einem Lockenkamm oder einem Kamm mit breiten Zinken durchgekämmt.

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