Vor allem für kleine Kinder sind Puppen, Teddybären und andere Stofftiere sehr wichtig, denn sie sind die ersten richtigen Freunde und wichtige Begleiter. Ein Kind nutzt sein Lieblingsstofftier oder die Lieblingspuppe als Gesprächpartner, dem Geheimnisse anvertraut und mit dem Freude und Kummer geteilt werden können. Gleichzeitig gibt ein solches Stofftier dem Kind Halt, wenn es Angst hat oder sich alleine fühlt. Außerdem trainieren Kinder auf diese Weise ihr Sozialverhalten, denn das Lieblingsstofftier oder die Lieblingspuppe wird gehegt und gepflegt, gekuschelt, umgezogen und eigentlich überall mitgenommen. Nun gibt es im Handel Stofftiere und Puppen in allen nur erdenklichen Varianten zu kaufen, angefangen bei kindgerechten Spielzeugen bis hin zu echten Künstlerpuppen für Sammler.

Während Puppen für größere Kinder üblicherweise aus Kunststoff bestehen, sind Puppen für kleine Kinder meist deutlich einfacher gehalten und aus weichen Stoffen angefertigt. Bei diesen Puppen stehen die Robustheit und die Haltbarkeit im Vordergrund, denn die Puppen müssen viel mitmachen und auch gewaschen werden können, ohne dass eine Verletzungsgefahr besteht. Zudem werden bei hochwertigen Puppen nur unbedenkliche Materialien verwendet, so dass es nichts ausmacht, wenn das Kind die Puppe auch einmal in den Mund nimmt. Allerdings sind solche Puppen meist recht teuer. Wer seinem Kind eine besondere Freude machen und dabei auch noch etwas Geld einsparen möchte, kann die Puppe aber auch selber machen, denn dies ist nicht sonderlich schwer. Eine Möglichkeit, wie auch Ungeübte eine schöne Puppe selber machen können, wird in der folgenden Anleitung erklärt.

Eine Puppe für Kleinkinder selber machen – das wird benötigt:

  • hautfarbener Trikotstoff
  • Schlauchverband aus der Apotheke
  • Rohwolle oder Füllwatte
  • Nadel und Faden
  • Wollreste für die Haare
  • Stoffreste oder gekaufte Puppenkleidung
  • Stift und Schere

 

So wird die Puppe gemacht:

1. Den Kopf anfertigen

Für den Kopf der Puppe wird am besten Rohwolle verwendet, denn diese ist stabiler und lässt sich besser formen als Füllwatte. Der Rest der Puppe kann dann aber mit der kostengünstigeren Füllwatte ausgestopft werden. Aus der Rohwolle wird nun eine feste Kugel geformt. Die Größe hängt natürlich davon ab, wie groß die Puppe werden soll, für eine kleinkindgerechte Puppe hat sich jedoch ein etwa orangengroßer Kopf bewährt.

Nun wird ein Stück Schlauchverband abgeschnitten und an einem Ende zusammengenäht. Anschließend wird der Schlauchverband gewendet, so dass sich die Naht innen befindet, und die Wollkugel hineingesteckt. Als nächstes wird der Schlauch möglichst straff gespannt und mit einem Stück Faden unterhalb der Wollkugel fest abgebunden.

Nun wird das Gesicht der Puppe modelliert. Dazu wird ein langer Faden abgeschnitten, zweimal um den Kopf gewickelt, fest zugezogen und verknotet. Der Faden sollte leicht unterhalb der Kopfmitte verlaufen und durch das Zuziehen und Verknoten des Fadens ergeben sich die Augenlinie und die Wangen. Unmittelbar unterhalb des Fadens wird nun noch eine kleine Kugel aus Wolle befestigt, die die Nase bildet.

Jetzt wird ein Stück Trikotstoff abgeschnitten, zu einem Schlauch zusammengenäht und wie beim Schlauchverband auch an einer Kante verschlossen. Der Trikotschlauch sollte dabei nur so groß sein, dass der gerade so über den Kopf gezogen werden kann. Der Trikotschlauch wird dann gewendet, möglichst straff für den Kopf gezogen und unterhalb des Kopfes fest abgebunden. Damit ist der Kopf fertig.

 

2. Die Körperteile nähen

Nun ist der Körper der Puppe an der Reihe. Hierfür wird wieder ein Stück Schlauchverband abgeschnitten, an einer Seite zusammengenäht, gewendet und mit Füllwatte ausgestopft. Anschließend wird die noch offene Kante des Schlauchverbandes geschlossen, allerdings bleibt hier ein kleines Stück in der Mitte für den Kopf offen. Dann werden die beiden Körperhälften mit 0,5cm Nahtzugabe aus dem Trikotstoff ausgeschnitten. Diese beiden Stoffteile werden nun an der Unterkante und bis auf zwei kleine Öffnungen für die Arme an den Seitenkanten zusammengenäht. Anschließend wird der Stoffkörper auf die richtige Seite gedreht und über den ausgestopften Schlauchverband gezogen.

Jetzt fehlen noch die Arme und die Beine. Diese werden aus zwei Lagen Trikotstoff angefertigt, ein Arm und ein Bein besteht also aus jeweils vier Stoffteilen. Die Arme und Beine werden ebenfalls mit Nahtzugabe ausgeschnitten, mit Ausnahme der geraden Kanten zusammengenäht, gewendet und ausgestopft.

 

Puppe selber machen

 

3. Die Puppe zusammensetzen

Sind alle Körperteile vorbereitet, kann die Puppe zusammengesetzt werden. Dazu werden zuerst die Arme an den Körper genäht. Für die Beine werden etwa 2cm von der Mitte der Körperunterkante entfernt zwei kleine Schnitte gearbeitet. In diese Schlitze werden die Beine gesteckt und festgenäht. Zum Schluss wird noch der Kopf in die dafür vorgesehene Öffnung gesteckt, angenäht, bei Bedarf noch etwas Füllwatte hinzugefügt und die Öffnung geschlossen.

 

4. Die Puppe ausgestalten

Die Puppenhaare könne aus Wollresten hergestellt werden. Dazu werden die Wollfäden einzeln auf eine Nadel aufgefädelt und die Nadel wird von oben in die Kopfhaut gestochen und direkt daneben wieder herausgezogen. Kleine Knoten verhindern, dass die Haare wieder herausgezogen werden können. Sind alle Haare aufgebracht, können sie zu einer Frisur zurechtgeschnitten werden. Alternativ kann aber auch eine Mütze gestrickt oder gehäkelt werden, aus der dann beispielsweise kleine Zöpfe herausschauen.

Das Gesicht der Puppe kann entweder mit Stoffmalstiften aufgemalt oder mit Garn aufgestickt werden. Wichtig dabei ist aber, dass die Augen auf der Augenlinie liegen. Zum Schluss erhält die Puppe noch ihre Kleidung und damit ist die selbstgemachte Puppe fertig.

Größere Kinder spielen sehr gerne auch mit Fingerpuppen. Diese können aus Papier gebastelt werden und wie dies geht, wird hier erklärt.

Thema: Puppe selber machen