Autor: Ömer Bekar

Zusammen mit Nudeln ist Pesto ein schnelles und leckeres Mittagessen. Aber Pesto eignet sich prima auch als Brotaufstrich und kann Suppen, Salaten, Fleisch- und Fischgerichten den richtigen Pfiff geben. Und das Beste an der ganzen Sache ist: Du kannst Pesto ganz einfach selber machen. Wie es geht, verraten wir Dir hier!

Was ist Pesto eigentlich genau?

Pesto ist eine kalte Soße aus ungekochten Zutaten. Ihre Konsistenz lässt sich mit einer dünnflüssigen Paste vergleichen. Das Pesto, das heute als das klassische Pesto gilt, stammt aus Ligurien und taucht dort 1863 zum ersten Mal als Rezept in einem Kochbuch auf. Eine Theorie besagt, dass das Pesto eine Abwandlung von einer römischen kräuterhaltigen Käsesoße namens Moretum ist. Eine andere Theorie sieht den Ursprung von Pesto im Garum. Auch das Garum ist eine römische Würzsoße, die aus Fisch zubereitet wurde. Generell gilt Pesto aber als die erste Soße, die Öl enthält. International bekannt wurde das Pesto Mitte der 1940er-Jahre. Seinerzeit berichtete die New York Times über die würzige Paste und etwas später wurde im Sunset Magazin ein Rezept von Angelo Pellgrini veröffentlicht. Seinen großen Siegeszug trat das Pesto aber erst nach einer Werbekampagne mit Frank Sinatra gegen Ende des 20. Jahrhunderts an.

 

In welchen Varianten gibt es Pesto?

Mittlerweile gibt es Pesto in unzähligen Varianten. Dies liegt daran, dass vor allem außerhalb Italiens oft kalte, pastenartige Soßen generell als Pesto bezeichnet werden. Auch dann, wenn die Soßen weder die traditionellen Zutaten enthalten noch in der klassischen Form zubereitet wurden. Prinzipiell lassen sich drei Grundvarianten vom Pesto ausmachen:

  • alla GenoveseDas Pesto alla Genovese ist das klassische Pesto und gleichzeitig das Grundrezept. Traditionell wird es aus Basilikum, Pinienkernen, Knoblauch, Olivenöl und geriebenem Parmesan oder Pecorino zubereitet. Gewürzt wird es nur mit grobem Salz. In einigen Rezepten wird dem Pesto ein wenig Butter hinzugefügt, damit die Konsistenz cremiger wird.
  • alla SicilianaDas Pesto alla Siciliana wird auch Pesto Rosso, rotes Pesto genannt. Diese Variante aus Sizilien bekommt ihre rote Farbe durch getrocknete Tomanten. Außerdem wird dieses Pesto nicht mit Pinienkernen, sondern mit Mandeln zubereitet. Ansonsten werden die gleichen Zutaten verwendet wie beim Pesto alla Genovese.
  • alla CalabreseDas Pesto alla Calabrese ist eine Variante, die besonders würzig ist. Dieses Pesto aus Kalabrien besteht aus den gleichen Zutaten wie das Pesto alla Genovese. Zusätzlich wird es aber mit Pfeffer und Paprika gewürzt. Besonders mit Nudeln schmeckt diese Variente hervorragend. Einige kennen diese Pesto gar nicht. Lohnt sich aber auf jeden Fall zu probieren.
  • Moderne Abwandlungen und weitere Varianten ergeben sich dadurch, dass beispielsweise anstelle von Basilikum Rucola, Bärlauch oder Petersilie verwendet werden. Oder dass Oliven, Pilze, Koriander, verschiedene Nüsse und andere Zutaten hinzukommen.

 

Welche Zutaten brauchst Du für ein selbstgemachtes Pesto?

basil and fresh vegetablesNatürlich könntest Du Dir Dein Pesto im Supermarkt kaufen. Ein selbst gemachtes Pesto schmeckt aber einfach sehr viel besser. Dies liegt daran, dass fertiges Pesto oft kaum Pinienkerne, hochwertiges Olivenöl oder guten Parmesan enthält. Stattdessen werden vor allem Nusspulver, Sonnenblumenöl und einfacher Hartkäse verarbeitet, denn diese Zutaten sind viel billiger. Selbst das Basilikum wird manchmal durch die kostengünstigere Petersilie ersetzt. Außerdem werden fertigem Pesto häufig künstliche Aromen und Konservierungsmittel hinzugefügt, damit es intensiver schmeckt und länger haltbar ist. Dabei ist es wirklich nicht schwer, ein leckeres Pesto selber zu machen. Für ein klassisches Pesto brauchst Du nur frische Basilikumblätter, Olivenöl, Pinienkerne, Knoblauch, Parmesan und ein bisschen Salz. Ist Dir das traditionelle Pesto zu langweilig, kannst Du das Grundrezept beliebig abwandeln.

In Italien wird Pesto meist zu Nudeln serviert. Du kannst es aber auch zu Fisch und Fleisch essen, eine Suppe damit würzen, einen Salat damit aufpeppen oder das Pesto als Brotaufstrich genießen. Aber egal, zu was Du das Pesto kombinierst: Pesto wird nicht erhitzt, sondern nur unter die fertige Speise gerührt oder separat dazu gereicht. Sollte Dir Pesto übrig bleiben, streichst Du die Paste am besten glatt und gießt soviel Olivenöl darüber, dass die Oberfläche knapp bedeckt ist. Fest verschlossen in einem Schraubglas hält sich Dein Pesto so mehrere Wochen lang. Und durch die Ölschicht verliert es auch nicht an Aroma.

Basilikum Pesto selber machen – ein Rezept

Für ein ganz klassisches Pesto nach dem traditionellen Grundrezept brauchst Du:

  • 200 Gramm frisches Basilikum
  • 3 Esslöffel Pinienkerne
  • 2 bis 3 Knoblauchzehen
  • 100 Gramm Parmesan, gerieben
  • etwa 100ml Olivenöl
  • Salz

Als erstes spülst Du das Basilikum ab, schüttelst es trocken und zupfst die einzelnen Blätter ab. Außerdem schälst Du den Knoblauch und hackst ihn in grobe Stücke. Danach nimmst Du die Pinienkerne und röstet sie ohne Fett in einer Pfanne. Du brauchst deshalb kein Fett, weil die Pinienkerne selbst schon genug Fett enthalten. Pass aber auf, dass Dir die Pinienkerne nicht anbrennen!

pasta vegetariana spaghetti con pesto sfondo verdeNun gibst Du den Knoblauch mit etwas Salz in einen großen Mörser und zerstößt die beiden Zutaten. Anschließend fügst Du die gerösteten Pinienkerne hinzu und zerstampft sie ebenfalls. Danach gibst Du nach und nach die Basilikumblätter dazu und zerstampfst alle Zutaten zu einer Paste. Diese Paste füllst Du nun in eine Schüssel um und rührst dort den geriebenen Käse hinein. Statt Parmesan kannst Du auch Pecorino verwenden oder diese beiden Käsesorten miteinander mischen. Zum Schluss rührst Du soviel Olivenöl in Dein Pesto, bis eine geschmeidige, sämige Paste entstanden ist. Möchtest Du Dein Pesto nicht gleich genießen, füllst Du es in ein Schraubglas um und stellst es in den Kühlschrank.

  • Tipp: Das Wort Pesto leitet sich vom italienischen pestare für zerstampfen ab. Traditionell wird Pesto nämlich im Mörser zubereitet. Wenn Dir das zu anstrengend ist, kannst Du natürlich auch auf den Mixer oder einen Pürierstab zurückgreifen. Dann solltest Du aber mit einer kleinen Drehzahl und zügig arbeiten. Ist die Drehzahl zu hoch oder mixt Du zu lange, wird Dein Pesto nämlich bitter.

 

Und noch drei andere Anregungen:

 

Bärlauch Pesto selber machen – ein Rezept

  • Ein leckeres Pesto aus Bärlauch kannst Du aus folgenden Zutaten zubereiten:
  • 100 Gramm frischer Bärlauch
  • 3 Esslöffel Pinienkerne
  • 70 Gramm Parmesan, gerieben
  • 100ml Olivenöl
  • 50ml Wasser
  • Salz

Nutze diese Tipps und Rezepte zum KochenAls erstes röstest Du die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett. Während die Pinienkerne abkühlen, wäschst Du den Bärlauch, schüttelst ihn trocken und schneidest ihn klein. Dann gibst Du den Bärlauch, die Pinienkerne, den Käse, das Wasser und das Olivenöl in ein Gefäß oder den Mixer und mixt die Zutaten zu einer sämigen Paste. Die Paste darf aber ruhig noch stückig sein. Zum Schluss schmeckst Du Dein Pesto mit Salz ab und füllst es in ein kleines Schraubglas um.

  • Tipp: Wenn Du Dein Pesto im Kühlschrank aufbewahrst, hält es sich ungefähr vier Wochen lang. Du solltest die Paste aber immer glattstreichen und die Oberfläche mit Olivenöl abdecken. Dadurch bleibt das Pesto frisch und aromatisch, zudem schimmelt es nicht.

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