Gelnägel selber machen
Die meisten wünschen sich schöne, kräftige und gepflegte Fingernägel. Reinigungsmittel, Wasser, Umwelteinflüsse, diverse Tätigkeiten oder auch Angewohnheiten wie das Rauchen können die Nägel aber angreifen und unschön aussehen lassen. Zudem hat nicht jeder von Natur aus kräftige und formschöne Fingernägel. Abhilfe können hier Gelnägel schaffen, mit deren Hilfe es möglich ist, die Fingernägel zu stärken, zu verlängern und in die gewünschte Form zu bringen. Außerdem können Gelnägel wie Naturnägel gestylt und so passend zum Outfit und zum Anlass immer wieder anders gestaltet werden. Gelnägel werden in Nagelstudios angeboten, möglich ist aber auch, seine Gelnägel selber zu machen. Wie dies geht und worauf es dabei zu achten gilt, erklärt die folgende Anleitung.
Gelnägel selber machen – das wird benötigt:
- Tips
- Rosenholzstäbchen oder Pferdefüßchen
- Feilen, Buffer und Staubpinsel
- Tip-Kleber
- Cleaner
- Tip-Blender
- Grundier-, Aufbau- und Versiegelungs-Gel
- UV-Lampe
Gelnägel selber machen – so geht‘s:
1. Die Fingernägel vorbereiten
Bevor die Nagelmodellage beginnen kann, müssen die Naturnägel zuerst vorbereitet werden. Dazu werden als erstes die Hände gründlich gewaschen und am besten desinfiziert. Danach werden die Naturnägel so gekürzt und mit einer Feile in Form gebracht, dass sie maximal 2 Millimeter überstehen. Anschließend wird die Nagelhaut vorsichtig mit einem Rosenholzstäbchen oder einem Pferdefüßchen zurückgeschoben, damit eine saubere Kontur entsteht. Jetzt muss die Nageloberfläche angeraut und entfettet werden. Dazu wird der Naturnagel mit dem Buffer behandelt, bis er gleichmäßig matt ist und keine glänzenden Stellen mehr zu sehen sind. Der Staub, der durch das Feilen und Anrauen entsteht, wird nun noch mit dem Staubpinsel entfernt und damit ist die Vorbereitung abgeschlossen.
2. Die Tips aufkleben
Nun muss für jeden Finger der passende Tip ausgewählt werden. Tips gibt es in zehn verschiedenen Größen und die richtige Größe wird ermittelt, indem ein Tip an den Naturnagel angehalten und damit verglichen wird. Der Tip sollte dabei auf beiden Seiten bündig am Nagelbett anliegen. Ist kein Tip vorhanden, der exakt passt, wird der nächst größere Tip verwendet und durch das Abfeilen der Seitenkanten angepasst. Um den Tip anzubringen, wird ein Tropfen Tip-Kleber auf die Auflagefläche gegeben und der Tip etwas hin und her bewegt, damit sich der Kleber gleichmäßig verteilt. Dann wird der Tip auf den Naturnagel aufgesetzt und zwei bis drei Mal nach vorne und hinten geschoben. Dadurch ist die gesamte Fläche gleichmäßig mit Kleber bedeckt. Ist der Tip in der richtigen Position, wird er etwa zehn Sekunden lang fest angedrückt. Wichtig dabei ist, dass der Tip gerade und ohne Luftbläschen auf den Naturnagel angeklebt wird. Sollten sich an den Kanten Klebstoffreste herausgedrückt haben, werden sie umgehend mit dem Cleaner entfernt. Nacheinander werden nun alle Tips angebracht.
3. Die Übergänge glätten und die Fingernägel feilen
Um einen sauberen Übergang zwischen dem Kunstnagel und dem Naturnagel zu erhalten, wird nun eine dünne Schicht Tip-Blender aufgetragen. Tip-Blender ist eine Flüssigkeit, die an der Luft trocknet, aber ohne Einwirk- und Wartezeit direkt nach dem Auftragen weiter bearbeitet werden kann. Mit der Feile werden dann die Übergänge zwischen dem Kunst- und dem Naturnagel vorsichtig abgefeilt und geebnet. Dann können die Tips auf die gewünschte Länge gekürzt und in die gewünschte Form gefeilt werden. Mit dem Buffer wird die Nagelfläche nun noch einmal angeraut und mattiert, damit die Gelschichten besser haften. Dabei wird der Staub wieder mit dem Staubpinsel entfernt.
4. Das Grundier-Gel auftragen
Die erste Gelschicht besteht aus dem Grundier-Gel, das nun aufgetragen wird. Dabei wird der Pinsel mit etwas Abstand zur Nagelhaut am Ansatz des Naturnagels angesetzt und in einem Strich bis zur Spitze des Kunstnagels gezogen. Der erste Strich wird in der Mitte des Nagels platziert, die weiteren Striche werden dann rechts und links davon gezogen. Zudem wird auch die vordere Kante des Kunstnagels mit etwas Grundier-Gel bedeckt. Das aufgetragene Gel muss dann zwei Minuten lang unter UV-Licht aushärten.
5. Das Aufbau-Gel auftragen
Um den Nagel zu verstärken, wird als nächstes eine Schicht Aufbau-Gel aufgetragen. Hierfür wird der Pinsel in der Mitte des Fingernagels aufgesetzt und das Gel mit schwingenden Bewegungen auf dem Nagel verteilt. Der Pinsel sollte dabei möglichst nicht über den Nagel gestrichen werden, sondern das Gel lediglich gleichmäßig verteilen. Diese Gelschicht wird außerdem so aufgetragen, dass wieder etwas Abstand bis zur Nagelhaut verbleibt, das Aufbau-Gel die Schicht aus Grundier-Gel aber etwas überlappt. Während die Schicht in der Nagelmitte etwas dicker sein darf, sollte das Gel zu den Seiten hin sehr dünn auslaufen, wobei auch die Nagelspitze mit Aufbau-Gel ummantelt wird. Ist die Schicht aus Aufbau-Gel aufgetragen, muss sie wieder zwei Minuten lang unter der UV-Lampe aushärten.
6. Das Versiegelungs-Gel auftragen
Nach dem Auftrag des Aufbau-Gels werden die Nägel noch einmal kontrolliert. Sollten sich Unebenheiten, Kratzer oder unschöne Stellen gebildet haben, wird die Schwitzschicht, die sich beim Aushärten gebildet hat, mit dem Cleaner abgenommen. Dann wird der Nagel mithilfe der Feile geglättet und korrigiert, mit dem Buffer angeraut und danach wird eine neue Schicht Aufbau-Gel aufgetragen und ausgehärtet.
Sind keine Korrekturen mehr notwendig, wird eine Schicht Versiegelungs-Gel aufgetragen. Das Gel wird in parallelen Linien vom Nagelansatz zur Nagelspitze aufgebracht. Dann wird das Gel zwei Minuten lang unter UV-Licht ausgehärtet und die Schwitzschicht zum Schluss mit dem Cleaner abgenommen.
7. Die Nagelmodellage fertig stellen
Jetzt werden eventuelle Gelreste mit dem Rosenholzstäbchen entfernt. Um die Nagelhaut zu pflegen, kann etwas Nagelöl aufgetragen werden, das in kreisenden Bewegungen sanft einmassiert wird. Zum Schluss können die Gelnägel auf Hochglanz poliert oder lackiert werden, danach ist die Fingernagelmodellage fertig.