Dreads selber machen mit Wachs
Dreads sind verfilzte Haarsträhnen und werden heute in erster Linie aus modischen Gründen getragen. Dies war jedoch nicht immer so, denn Dreadlocks sind schon seit mehreren tausend Jahren bekannt und haben ursprünglich kulturelle und religiöse Wurzeln. Es gab sogar Völker, bei denen nur die Anführer und Häuptlinge Dreads tragen durften und auch bei den antiken Ägyptern war die Frisur in erster Linie unter Herrschern verbreitet. Stars wie Bob Marley, Whoopie Goldberg, Linda Perry, Tracy Chapman oder Lenny Kravitz haben jedoch dazu beigetragen, dass Dreadlocks heute weltweit bekannt und als modische Frisur getragen werden.
Grundlegende Infos zu Dreads
a.) Bei Dreads handelt es sich um verfilzte Haarsträhnen, die sich jedoch erst im Laufe der Zeit richtig entwickeln. Direkt nachdem die Haare zu Dreadlocks verarbeitet wurden, ist die Frisur an sich zwar schon zu erkennen, aber erst nach einiger Zeit haben sich die Haare so sehr weiterverfilzt, dass feste, stabile Dreads vorhanden sind. Durch das Verfilzen ist es dann aber auch nicht mehr möglich, die Dreads wieder zu lösen. Sind die Dreads irgendwann nicht mehr erwünscht, müssen sie daher in aller Regel abgeschnitten werden und es bleiben nur die eventuell noch nicht verfilzten Haaransätze übrig.
b.) Während es viele Stunden lang dauert, bis alle Haare zu Dreads verarbeitet sind, sind die Pflege und das Styling verhältnismäßig einfach und umkompliziert. In aller Regel reicht es aus, die Dreads ein- bis zweimal pro Woche zu waschen, am besten mit einfacher Seife, einem normalen Shampoo oder Duschgel oder auch Kernseife, wenn die Kopfhaut nicht sehr empfindlich ist. Generell sollte das Produkt nur nicht zu viele pflegende Inhaltsstoffe und Weichmacher enthalten, denn dadurch verfilzen die Haare nicht mehr so gut. Für die Pflege zwischendurch wird Wachs verwendet, entweder spezielles Dread-Wachs oder Bienenwachs. Das Wachs wird in kleinen Portionen auf die Dreads aufgetragen und sorgt dafür, dass keine Härchen abstehen und die Dreads zusammenhalten. Und hier noch ein paar weitere Infos und Tipps zum Thema Dreads und Wachs:
Anleitung: Dreads selber machen mit Wachs
Es gibt einige Friseure und andere Profis, die Dreads anbieten. Dabei können die Dreads ausschließlich aus den eigenen Haaren gestaltet werden oder es werden Kunst- oder Echthaare mit eingearbeitet, die dann für längere und fülligere Dreadlocks sorgen. Genauso ist es aber auch möglich, seine Dreads selber zu machen, und dabei stehen mehrere Methoden zur Auswahl. Sehr häufig wird beispielsweise das sogenannte Backcombing angewandt, bei dem die Haare in einzelne Strähnen aufgeteilt werden. Anschließend wird jede Strähne solange gegen den Strich gekämmt, im Grunde also toupiert, bis feste Strähnen entstanden sind. Eine andere Methode ist die Strähnenmethode, bei der die Haare ebenfalls in einzelne Strähnen aufgeteilt und anschließend mithilfe von Zwirbeln und Knoten zu Dreads verarbeitet werden. In der folgenden Anleitung wird nun eine weitere Methode vorgestellt, nämlich die Knotting Thread Methode. Diese Variante ist eigentlich recht einfach umzusetzen, erfordert allerdings etwas Zeit und viel Geduld.
Um Dreads mit dieser Technik zu stylen, sollten die Haare mindestens 15cm lang und schon recht rau sein. Dies wird dadurch erreicht, dass die Haare eine Zeit lang zwei- bis dreimal pro Woche mit Seife oder Kernseife gewaschen und regelmäßig mit einem Handtuch oder in den Handflächen gerubbelt werden. Benötigt werden dann starker Bindfaden oder Garn, eine Nadel sowie Wachs und gearbeitet wird wie folgt:
1.) Zuerst werden die Haare in einzelne Strähnen aufgeteilt. Dafür wird der gesamte Kopf in etwa 2 x 2cm große Quadrate eingeteilt und die Haare innerhalb eines solchen Quadrates werden jeweils mit einem kleinen Haargummi, einer Haarklemme oder etwas Bindfaden fixiert. Wichtig ist aber, wirklich genau zu arbeiten, denn wenn sich die Haare aus den Quadraten miteinander vermischen, verfilzen die Ansätze später nicht.
2.) Nachdem alle Haare aufgeteilt sind, wird am besten im Nacken begonnen. Hier werden die Haare aus einem Quadrat nun zu einem Rastazopf geflochten. Dafür werden die Haare in drei gleichmäßige Strähnen eingeteilt und im Wechsel jeweils die linke und die rechte Strähne über die mittlere Strähne gelegt. Wenn die Haare verflochten sind, wird der Zopf vollständig, also vom Ansatz bis zur Spitze, mit dem Faden umwickelt. Damit sich die Umwicklung nicht lockert oder löst, wird der Faden dabei auch einige Male mithilfe der Nadel durch den Zopf hindurch geführt und am unteren Ende dann fest verknotet. Auf diese Weise wird dann weitergearbeitet, bis alle Strähnen verflochten und umwickelt sind.
3.) Nun heißt es abwarten. Durch das Gewicht der Zöpfe werden sich die herausgewachsenen Haare im Laufe der Zeit von alleine verfilzen. Während dieser Zeit werden die Haare einmal pro Woche gewaschen und mit Wachs eingerieben. Dafür wird ein wenig Wachs mit dem Zeigefinger aufgenommen, zwischen dem Zeigefinger und dem Daumen verrieben und dann auf die nachgewachsenen Haare aufgetragen.
Nach etwa einem Jahr können die umwickelten Enden abgeschnitten werden und zurück bleiben knapp 12cm lange Dreads, die letztlich von ganz alleine entstanden sind.